Freitag, April 12, 2024

»Wir haben dich so nicht erzogen« – Mama Schmid bewegte Sohn zu Lebensbeichte

Warum packte Ex-ÖBAG-Chef Thomas Schmid gegenüber der WKStA aus und belastete Sebastian Kurz und weitere ÖVP-Granden schwer? Wie er selbst in seiner Vernehmung sagt, spielte seine Mutter eine bedeutende Rolle dafür.

 

Wien, 19. Oktober 2022 | „Nach meinem Ausscheiden aus der ÖBAG habe ich beschlossen einen neuen Weg zu gehen und einen Schlussstrich zu machen“: Thomas Schmid macht zum Start seiner 15 Vernehmungen bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bereits klar, dass die mehr als 400 Seiten, die noch folgen sollten, ein Neustart sein sollen. Er habe sich dazu entschlossen, die „ganze Sache aufzuarbeiten“. In der Folge belastete er unter anderem Sebastian Kurz und weitere ÖVP-Granden, wie etwa Wolfgang Sobotka oder August Wöginger. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

Mutter Schmid: So haben wir dich nicht erzogen

„Wir haben Dinge gemacht, die nicht in Ordnung waren“, schildert Schmid in seiner Vernehmung. Doch was hat Schmid tatsächlich dazu gebracht, bei der WKStA auszupacken?

Schmid nennt als Grund für seine Lebensbeichte seine Mutter: „Ein für mich entscheidender Punkt, der mich zum Umdenken bewegt hat, war, dass meine Mutter zu mir gesagt hat: ‘Wir haben dich so nicht erzogen, wenn du etwas falsch gemacht hast, dann steh dazu und das mit allen Konsequenzen.’“ Schmid wolle zudem für sein weiteres Fortkommen und sein familiäres Umfeld die Dinge aufarbeiten.

Neuer Anwalt

Ein weiterer wichtiger Punkt für Schmid, dass es zur Vernehmung bei der WKStA und dem Wunsch nach dem Kronzeugenstatus (den Schmid bis dato noch nicht offiziell beantragt hat) kam, war sein Anwaltswechsel, den er im Hintergrund vollzog. Seinen früheren Anwalt Thomas Kralik informierte er nicht darüber, dass er gegenüber der WKStA auspackte. Stattdessen setzte er während seiner Aussage auf Anwalt Roland Kier.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

Benedikt Faast
Benedikt Faast
Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.
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59 Kommentare

  1. Natürlich haben Schmids Eltern ihren Sprössling “so” erzogen.
    Erziehung bedeutet etwas vorleben, alles andere wäre Dressur.

  2. So wie sich gerade die Fakten weiter verdichten, ist und bleibt die ÖVP weiter unschuldig, bzw. wurde diese arme gebeutelte Partei nun auch noch Opfer ihres eigenen Mitkämpfers.
    Dann muss also dieser Herrn Schmid wahrlich im Alleingang und mit allen nur möglichen Mitteln, auch wenn notwendig kriminellen Mitteln, für diese seine ÖVP, einsam im Hintergrund, meist auch noch allein gekämpft haben. Dass er nun aber schwach wurde und als Kronzeuge sich versucht irgendwie herauszuwinden, wird ihm nun auch noch krumme genommen, obwohl man ganz genau weiß, dass dieser eben nur deshalb lügt um seine eigene Haut zu retten…

    Hoffentlich werden sie ihm das irgendwann auch wenigstens einmal danken, wenn er bald nun auch für seine geliebte Partei und seinen geliebten Kanzlier hinter schwedischen Gardienen landet?
    Ein Bild unter berühmten ÖVP lern aus der Vergangenheit sollte ihm da wohl wenigstens sicher sein können

    • Danke. Die Verteidgungslinie der ÖVP ist nicht stringent. Sie ist, beinahe würde ich sagen, russisch. Da und dort wird gemauert, geblockt, toorpediert, gebombt. Ja, das tut RU auch. Aber es ist keine Strategie, kein Ziel erkennbar. Alles wurscht. Hauptsache mit irgendwas drauf.

      Nachdem man die putineske Kommunikation übernommen hatte, musste man zwangsläufig die putineske Denkweise übernehmen. Und daraus folgt die Handlungsanleitung. Stringentes ist von der ÖVP wie von Putin nicht mehr zu erwarten.

    • In Zusammenhang mit Hrn. Schmid ist das Wort “Bild” mit Vorsicht zu verwenden. Oder hängen mittlerweile im ÖVP Parlamentsclub nur mehr Dick Pics?

    • Stell mir grad bildlich vor wie Basti und Gernot den Tommy im Zelt herwassern, den miesen Verräter. Aber vielleicht handelt es sich eh wirklich um späte Rache. Jetzt wos keine Adventuretrips mehr miteinand machen.😉

    • Ja. Freut mich. 🙂 Und Kurz dürfte immer noch nicht verstanden haben, worum es geht bei den Schmid-Aussagen. Er klammert sich an das Beinschab-Tool. Aber bei den Schmid-Aussagen geht es ja um das gesamte System. Und die Beinschab-Affäre wird einstens als ganz kleiner Nebenstrang dastehen.

      Telefonat aufgezeichnet. Is auch strafbar. Wenn man mit sowas schon an die Öffentlichkeit geht, weiß man, dass die Kacke am Dampfen ist.

      • Es zeigt uns doch deutlich was für ein Mensch Bundeskanzler in Österreich war. Er hat ein Gespräch aufgenommen, mit dem Menschen der ihn zur Macht verholfen hat. Meiner Meinung nach, sagt das viel über den Charakter dieses Selbstdarstellers aus .

        • Ja. Er hat sich abgesichert, indem er just das Telefonat abspeicherte, in dem der andere schlecht da steht. Wahrscheinlich hat er solche Telefonate öfter aufgezeichnet um Kompromat zu erhalten. Erst fragen, ob xy etwas machen könnte. Dann warten bis der sich mit Vorschlägen meldet. Das aufzeichnen. Und beim Aufzeichnungstelefonat gibt man selbst nichts preis. KGB-Methode.

    • Hafenecker veröffentlichte soeben die angebliche Aufnahme …. man hört aber nichts. Vielleicht will Kurz nur eine Atempause, bis sein Flug nach Südamerika abhebt …

  3. Mich amüsiert wie viele Menschen jetzt diesen Schmid hochjubeln.
    Schmid war die Drehscheibe um Kurz an die Macht zu puschen. Jetzt hat ihn die Mama überzeugt zu gestehen…..😉
    Das kannst ned erfinden. Der Typ hat einfach Angst , komplett unterzugehen, niemals wieder einen Job zu bekommen. Er wird jetzt mit dem Pöbel im Häfn enden, mit dem Pöbel den er so verachtet hat. Schmid ist kein Held , sondern ein Täter wie Kurz.

    • Täter finde ich etwas zu hart formuliert. Sehe ihn eher in der Rolle der Nutte, die für den Zuhälter anschaffen geht! 😉

      • Wenn ich einer Nutte, was strafrechtliches anschaffe, ist die Nutte Opfer????
        Wenn Sie es ausführt ist sie Täter( in).

        • Zuhälter haben ihre besonderen „Durchlagsmethoden“. Er ging doch nur, hörig wie eine Nutte, anschaffen ins Finanzministerium. Darüber hinaus sollten sie noch in Erinnerung haben, welchen Stellenwert er sich selbst und den Beamten des Finanzministeriums gab. Das sollten sie nie vergessen.
          „Wir sind die Nutte der Reichen!“

    • Schmid ist Täter. Keine Frage. Und er wird verurteilt werden. Ich habe es auch interessant gefunden, dass er sich jetzt missbraucht vorkommt, sich aber nie missbraucht vorkam, als alles noch so glatt und rund lief. Und auch nie, dass er andere missbrauchte. Das zeigt für mich das psychisch Unreife. Als ob alles ein pubertäres Spiel wäre. Eine Unreife, die der Exi immer noch pflegt.

      Ich konzidiere Schmid aber, dass er jetzt nachreift. Die Aufdeckungen, die in die Berater-Branche reichen, werden einen Kronzeugenstatus rechtfertigen. Und mit diesen gehts dann ums Eingemachte bei der ÖVP. Insofern ist seine Kooperation begrüßenswert.

      Dass schon wieder eine Mutter herhalten musste, finde ich geschmacklos. Aber ja, so kindlich wie die psychisch sind, ist es auch wieder glaubwürdig.

  4. Was das wohl über den Kralik aussagt dass Schmid ihm seine Beichte bei der WKStA verheimlicht hat? Hätte dieser gar gleich Kurz, Benko und Wolf vorgewarnt. Aber eigentlich stellt sich für mich diese Frage gar nicht.

    • Das ist natürlich ein Punkt. Kralik war wohl Anwalt Strassers und Westenthalers. Insofern war es ei durchaus kluger Schachzug, Kralik nicht in Kenntnis zu setzen. Und sich einen anderen Anwalt zu nehmen. Wie kam Schmid zu Kralik? Auf Empfehlung von Blümel? Das sind alles Fragen, die man sich durchaus noch stellen müssen wird. Und den Verschwiegenheitspflichten dürfte der Mandant nicht geglaubt haben.

  5. Der Gaysalbte hingegen dürfte schon so erzogen worden sein. Irgendwas ging bei dem gravierend schief. Vielleicht war ja die Oma aus dem Waldviertel daran schuld? Verwöhnte Schnösel ohne Gewissen kommen ja nicht von ungefähr.

    • Die werden nun alles auf den schlechten Umgang schieben. Zuerst überredet ihn das gewöhnliche Pack zu Schandtaten und dann verpetzens ihn auch noch.

    • Die Oma im Waldviertel hatte sicher Sorgen. Was soll aus dem Bub nur werden? Der kann ja gar nix……

    • Na ja, wenns wahr ist. Diesem Schmid traue ich es zu dass er seine Mama benützt um eine rührselige Gschicht für die Medien zu erzählen. Wenns für ihn nicht so eng geworden wär hätt seine Mama vermutlich alles mögliche sagen können und ihn hätts net gjuckt. Das unterstelle ich ihm jetzt mal, diesem Psychopathen. Glaub net dass er um so viel ehrlicher ist wie der Kurz.

  6. Wenns eam die ane oder andere zundn hättn, hätts hechstns zur Häfnelegie greicht und ned zu so an Schlamassel.

  7. Grüße an Schmids Mutter! Ihr Sohn könnte als seriöser Autor reüssieren!

    Thomas Schmid, das Buch aus der Machtzelle!

    …….Thomas Schmid
    ..Reden wir mit der WKStA

    Verleger: Startup Verlag Kurz

    • Die Forenwächter der „Krone“ sind heute schwer damit beschäftigt, sämtliche Beiträge, welche sich auf das nunmehr gefloppte Kurz/Bischofberger Machwerk beziehen, zu zensurieren!
      Nach dem schmachvollen Abschneiden des einen Kolumnisten folgte sozusagen die nächste Kolumnistin, diesmal mit einem Desaster!

      • Das Stimmungsmacher Flaggschiff Krone scheint auch schön langsam aber sicher unterzugehen, gut so.

        • Haben sie noch nicht bemerkt, daß sich die Krone sogar zur Wirtschaftszeitung etabliert, wenn es darum geht schlechte wirtschaftliche Nachrichten oder Skandale über Benko zu verbreiten. Die Krone gehört in Österreich mit schlechten Schlagzeilen über Benko immer zu den Ersten!
          Die Dichands haben nach wie vor das Sagen!
          Benko und Kurz haben sich geschnitten!
          Schon Strache träumte von der totalen Kontrolle der Kronen Zeitung.

          Wenigstens das ist Österreich bisher dank der Dichands erspart geblieben!

      • Diese zwei haben ja auch ein schweres Erbe angetreten. Staberl – Nimmerrichter, Hans Dichand, Michael Jeannee etc.. Diese Niveau musst ja einmal (so tief) halten.

  8. Da hat seine Mutter den richtigen Ton getroffen. Schön zu sehen das es neben der Familie die bessere Familie gibt. Hoffentlich wird der Rest nicht zu Waisen mutieren.

  9. Mama Schmid
    Mama Kurz
    Das Elternhaus ist für den persönlichen Wertekompass nicht unbedingt ausschlaggebend, aber immens wichtig und eine erste Orientierung auf dem Lebensweg.

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