Samstag, Juni 22, 2024

Kurz will Schmid klagen

Die Rundumschläge von Sebastian Kurz werden immer wilder. Nun will er Thomas Schmid klagen, wie er am Donnerstag auf Facebook mitteilte.

Wien, 20. Oktober 2022 | Es geht Schlag auf Schlag seit Dienstag. Nachdem bekannt wurde, dass Thomas Schmid den Kronzeugenstatus erwerben möchte und in 15 Vernehmungen Sebastian Kurz in der Inseratenaffäre schwer belastete, rückt der Ex-Kanzler nun im Stundentakt aus, um sich zu revanchieren.

Kurz sieht Kartenhaus zusammenstürzen

Nachdem Kurz-Anwalt Werner Suppan am Mittwoch der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ein heimlich aufgenommenes Tonband übergeben haben soll, in dem Kurz mit Schmid zwei Wochen nach der ÖVP-Hausdurchsuchung telefonierte, meldet Kurz sich am Donnerstag auf Facebook. Schmid dürfte zu diesem Zeitpunkt bereits vermutet haben, dass Kurz das Gespräch möglicherweise aufzeichnen würde. In seiner Vernehmung gab Schmid an, dass er mit Wanzen des Bundeskanzlers bereits vor der Hausdurchsuchung rechnete.

Auf der Plattform erhob Kurz erneut schwere Vorwürfe gegen Schmid, nachdem er bereits am Mittwoch dort gegen ihn wütete. Das Tonband, das er übergeben hatte, würde den Ex-ÖBAG-Chef „entlarven“ und würde “auch tief in den Charakter eines Menschen blicken, der gegen andere falsche Vorwürfe erfindet, in der Hoffnung, selbst straffrei als Kronzeuge davonzukommen.“

Sobotka und Kurz wollen “rechtliche Schritte” einleiten

Eine Verteidigungsstrategie, die auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, der ebenfalls von Schmid belastet wurde, und zwar in der Causa Alois-Mock-Institut, wählte. Sobotka explodierte am Mittwoch auf Facebook gegen Schmid. Ebenso wie Sobotka kündigte Kurz an, dass er sich „rechtlich gegen Thomas Schmid zur Wehr setzten“ werde. Für Kurz sei durch seine heimliche Aufnahme, das „Kartenhaus“ von Thomas Schmid zusammengestürzt. Warum Kurz allerdings das Tonband erst jetzt an die WKStA weiterleitete und nicht bereits vor einem Jahr, ist bis jetzt noch nicht beantwortet.

Derzeit befindet sich Kurz mit dem ehemaligen Nehammer-Berater Kai Diekmann am Tegernsee beim Unternehmertag.

Für Sobotka, Kurz und Schmid gilt die Unschuldsvermutung.

(bf)

Titelbild: ZackZack / Christopher Glanzl / Screenshot Facebook / Montage

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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