Mittwoch, Juli 24, 2024

Boris Johnson könnte wieder Premier werden

Das Rennen und die Nachfolge der britischen Premierministerin Liz Truss ist eröffnet. Erstaunlicherweise hat ihr Vorgänger Boris Johnson in der konservativen Partei Unterstützung für eine Rückkehr.

Wien, 21. Oktober 2022 | Die Konservative Partei in Großbritannien, die Tories, kommt einfach nicht zur Ruhe. Keine zwei Monate nach dem Wechsel an Partei- und Regierungsspitze von Boris Johnson hin zu Liz Truss ist Letztere bereits wieder Geschichte und wird über eine Rückkehr von Johnson gestritten. Der Parlamentarier Roger Gale hat sogar angekündigt, aus der Partei austreten zu wollen, solle Johnson wieder in die Downing Street einziehen. Ex-Kulturministerin Nadine Dorries, eine Vertraute Johnsons, nannte den Ex-Premier wiederum einen „Siegertypen“.

Truss war ihr radikales Wirtschaftsprogramm zum Verhängnis geworden, sie gab am Donnerstag ihren Rücktritt bekannt.

Johnson beendet Urlaub

Johnson hatte das Amt des Premierministers nach mehreren Skandalen und unter heftigem Druck seiner Fraktion niedergelegt. Laut der britischen Tageszeitung „The Telegraph“ fliegt kehrt er am Wochenende vorzeitig von einem Urlaub in der Karibik nach Großbritannien zurück und ist der Ansicht, er könne die Partei von einer Wahl-Misere bewahren.

Mehrere Kandidaten in den Startlöchern

Aber mehrere alternative Kandidaten scharren in den Startlöchern. Ein Favorit ist der frühere Finanzminister Rishi Sunak, der bereits früher als möglicher Nachfolger von Johnson gehandelt, schließlich aber von Truss ausgestochen wurde. Sunak ist aber ebenfalls nicht skandalfrei, was wohl wesentlich dazu beigetragen hat, dass er nicht Johnson-Nachfolger wurde. Denn im April war einerseits bekannt geworden, dass er seiner Frau dabei geholfen hatte, Millionen an Steuern zu hinterziehen. Andererseits war enthüllt worden, dass er die ersten 19 Monate seiner Ministerschaft eine Green Card hatte, die ihm erlaubte, permanent in den USA zu arbeiten und zu leben, was auch Auswirkungen auf seine Steuerlast hatte.

Weitere Favoriten sind Penny Mordaunt, die Ministerin für Parlamentsfragen, und die erst am Mittwoch aus dem rechtskonservativen Lager ausgetretene Innenministerin Suella Braverman.

Nachfolge bis Freitag

Spätestens Freitag kommender Woche soll die Nachfolge feststehen. Wie die Partei am Donnerstag bekannt gab, brauchen Kandidaten die Unterstützung von mindestens 100 Abgeordneten. Bis Montagnachmittag werden Nominierungen angenommen. Wenn mehr als zwei Kandidaten diese Hürde schaffen, soll in der Fraktion zwischen ihnen abgestimmt werden. Gibt es letztendlich zwei Finalisten, kommt die Parteibasis zum Zug und kann im Laufe der Woche online abstimmen.

(pma)

Titelbild: ISABEL INFANTES / AFP / picturedesk.com

Autor

  • Pia Miller-Aichholz

    Hat sich daran gewöhnt, unangenehme Fragen zu stellen, und bemüht sich, es zumindest höflich zu tun. Diskutiert gerne – off- und online. Optimistische Realistin, Feministin und Fan der Redaktions-Naschlade. @PiaMillerAich

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