Freitag, Juli 19, 2024

ÖVP-Landesvater sieht sich als Mittelschicht – Bezieht 19.745 Euro Gehalt

Politikergehälter sind wieder in aller Munde. Aussagen des steirischen Landeshauptmannes Christopher Drexler (ÖVP) von Oktober sorgen deswegen nun für Wirbel.

Wien, 06. Dezember 2022 | Wer ist die Mittelschicht in Österreich? 2021 lag das netto Median-Jahres-Einkommen laut Statistik Austria bei 27.428 Euro, sprich 50 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung verdienen mehr als diesen Betrag, die andere Hälfte weniger. Runtergerechnet auf das Monatsgehalt sind das 1.959 Euro netto.

Gehaltserhöhung sorgt für Debatte

Einer, dem das noch nicht ganz bewusst sein dürfte, ist der neue steirische Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP). Bereits im Oktober gab er dem Magazin „profil“ ein Interview, im Dezember kochte eine Aussage des Schützenhöfer-Nachfolgers allerdings noch einmal hoch. Die Erhöhung der Politiker-Gehälter um 5,3 Prozent stieß eine Debatte um eine Null-Lohnrunde wieder an.

Für Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Karl Nehammer und Vize-Kanzler Werner Kogler würde damit eine monatliche Erhöhung von mehr als 1.000 Euro rausspringen. Knapp unterhalb der 1.000 Euro-Marke wird auch die Erhöhung für die Gehälter der Landeschefs zuschlagen. 994 Euro mehr wird es 2023 jeden Monat für die neun Landeshauptleute geben. Daraus ergibt sich ein stattliches Monatsgehalt von 19.745 Euro.

Teuerung spürbar: Auch für Landeshauptmann

Drexlers Interview mit „profil“ von Oktober erreichte deswegen neue Brisanz. Damals sagte der steirische Landesvater, dass die Teuerung “längst im Mittelstand angekommen” sei. Das sei „auch für einen Landeshauptmann“ spürbar.
Auf Nachfrage zählte sich Drexler „bei einer breiten Definition gefühlsmäßig“ zum Mittelstand. Immerhin sieht sich Drexler als obere Mittelschicht: „Es ist natürlich jeder geneigt, sich zur Mittelschicht zu zählen. Aber sagen wir: Spätestens beim Landeshauptmann hört die Mittelschicht auf.“

Es ist nicht das erste Mal, dass ÖVPler mit Aussagen zur Teuerung Aufsehen erregen. Die Volkspartei-Abgeordnete Angela Baumgartner bezeichnete die Teuerung als “Gefühl”, der Ziersdorfer Bürgermeister, Hermann Fischer, sagte gegenüber ORF-“Am Schauplatz”, dass viele einfach zu viel jammerten. Er entschuldigte sich nach seinen Aussagen.
(bf)

Titelbild: ERWIN SCHERIAU / APA / picturedesk.com

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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