Freitag, April 12, 2024

NÖ: Paar wohnte illegal mit sechs Kindern in Weinkeller

Ein Paar soll mit sechs nicht gemeldeten Kindern illegal in einer Kellertrift in Hadres  gewohnt haben. Bei einer Überprüfung verletzte ein 54-Jähriger zwei Personen mit Pfefferspray. Der Mann dürfte ein “Reichsbürger” sein.

Hadres, 27. Jänner 2023 | Bewohnt wurde ein Presshaus mit angeschlossener Kellerröhre, so Vizebürgermeister Erich Greil (ÖVP). Die Kinder im Alter von sieben Monaten bis fünf Jahren seien nicht verwahrlost gewesen, betonte er.

“Sicher nicht kindgerecht”

Türe und Fenster sowie Strom und Wasser seien in dem Presshaus vorhanden, berichtete Greil im Gespräch mit der APA. Ob sich darin auch eine Heizung oder Sanitäreinrichtungen befunden haben, konnte er vorerst nicht beantworten. Die Kinder seien nicht eingesperrt gewesen, hielt der Vizebürgermeister der Weinviertler Gemeinde fest. Er habe sie vor rund zwei Wochen beim Spazierengehen gesehen, die Kinder hätten gegrüßt und seien nicht auffällig gewesen. Sie hätten aber in dem Presshaus “sicher nicht kindgerecht” gewohnt und seien nicht gemeldet, sagte Greil.

In Weinkeller verbarrikadiert

Laut Polizei hatten aufgrund von Anrainerbeschwerden ein Vertreter der Bezirkshauptmannschaft Hollabrunn und ein Beschäftigter des Gemeindeamtes am Donnerstagnachmittag Nachschau an der Adresse gehalten. Nach dem Pfefferspray-Angriff verständigten die beiden Mitarbeiter die Polizei. Der 54-Jährige soll sich daraufhin in dem Weinkeller verbarrikadiert haben. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Korneuburg wurde die Kellertrift geöffnet und durchsucht. Dort befanden sich die 40-jährige Lebensgefährtin des Mannes und sechs Kinder. Zunächst hatte die Polizei noch von fünf Kindern berichtet. Der Mann wurde vorübergehend festgenommen.

Da die Identität der Kinder laut Polizei nicht geklärt werden konnte, wurden diese vorübergehend in die Obhut des Fachgebietes Sozialarbeit der Bezirkshauptmannschaft übergeben. Nach Angaben des Paares soll es sich um den gemeinsamen Nachwuchs handeln. Die Kinder sollen den Aussagen zufolge in England geboren sein, in Österreich sollen sie nicht gemeldet sein. Sie wurden noch in der Nacht in ein Spital gebracht und im Beisein der Mutter untersucht, berichtete Polizeisprecher Stefan Loidl. Sie konnten bereits wieder entlassen werden und waren nicht verwahrlost, betonte er ebenfalls. Der 54-Jährige wird laut Polizei nach Abschluss der Erhebungen wegen des Verdachtes des Widerstandes gegen die Staatsgewalt der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Unklar wie lange in Kellertrift gewohnt wurde

Wie lange die achtköpfige Familie in der Kellertrift gewohnt hat, ist unklar, erläuterte Vizebürgermeister Greil. Der 54-jährige gebürtige Österreicher soll den Weinkeller über eine englische Firma gekauft haben. Der Mann ist laut Greil in England beschäftigt und habe angegeben, jeweils “nur ein, zwei Tage” hier zu sein und dann wieder unterwegs. Auffällig sei neben der generell nicht gestatteten Bewohnung eines Presshauses unter anderem gewesen, dass dort Überwachungskameras installiert wurden. Der Einsatz am Donnerstag sei von Behördenseite “vorbildlich verlaufen”, lobte Greil auch Polizei und Rettungskräfte sowie das anwesende Jugendamt.

(bf/apa)

Titelbild: ZackZack / Christopher Glanzl

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17 Kommentare

  1. Tja….es sollte viel mehr Augenmerk auf die Keller gelegt werden.
    Da leben viele braune Asseln ……

    • Hätt drauf wetten können dass du das kommentierst 😉😁.
      Österreich und ihre Keller…das hat schon was. Damit schafft es dieser Vorfall gewiss auch wieder in die internationalen Schlagzeilen. Wär spannend welcher Inhalt in der US Presse kolportiert wird?
      Und wenn ich mir jetzt vorstelle wie viele freistehende Weinkeller und sonstige lichtarme Räumlichkeiten drauf warten wieder genützt zu werden. Man denke da auch an die elendsweiten Katakomben welche damals die Nazis angelegt haben um sich selbst und die Zeugnisse ihrer Schandtaten unter Tage zu schaffen. Schätze mal dass das Kellerleben in Österreich eine nie vorstellbare Renaissance erleben wird. Die Glatzen und durchgeknallte rechtsgraue Eminenzen (Joseph 53?) werden dafür sorgen.

      • Ich halte mich da an O. Deutsch ( Präsidium der öster. jüdischen Kulturgemeine) der erst heute von Kellernazis sprach.
        Zu recht. Wieso mögen Nazis eigentlich Keller so gerne?
        Ich denke Ratten fühlen sich da gut aufgehoben.

  2. Aus dem Bericht geht nun aber nicht hervor, warum es sich hier um einen “Reichsbürger” handeln dürfte? So ist die Story halt etwas “dürftig” und eher eine journalistische Bastelei….

    • Der Artikel beinhaltet nahezu nichts verwertbares. Es fehlt komplett an Substanz. Eine Aufeinanderfolge von Mutmaßungen, die sich, vermeintlich, zu einem konstruierten Delikt ergeben. Das ist das Ergebnis, jahrelanger gezielter Erziehung zur gegenwärtigen Situation. Die Politik hat die Menschen zum gegenseitigen ausspionieren angespornt. Das Ergebnis, jeder wird beobachtet, jeder beobachtet. Eine grässliche Entwicklung.

      • Genau. Andernfalls liesse sich dann Gleichgültigkeit oder mangelnde Zivilcourage ferner Behördenversagen konstatieren. Sie sympathisieren mit dem Mindset der Reichsbürger, insofern Sie sich für diesfalls entschieden haben?

        • Heikle Themen wie diese sind naturgemäß ein Tanz auf der Rasierklinge. Ich versuche stets beide Seiten zu begreifen. Lassen Sie mich mit einem Zitat antworten, “des geistigen Menschen höchste Leistung ist immer Freiheit. Freiheit von den Menschen, Freiheit von den Meinungen, Freiheit von den Dingen, Freiheit nur zu sich selbst…. (Stefan Zweig)”. Verzeihen Sie mir meine Unbeholfenheit, direkt auf ihre Frage zu antworten.

    • Danke! Ich habe schon befürchtet mein erster Gedanke ist eventuell unangebracht. Allein die Aussage, “sie hätten aber in dem Presshaus sicher nicht kindgerecht gewohnt und seien nicht gemeldet”, hat mich richtig erzürnt. Herr Greil kann und darf nicht feststellen, in welchem Zustand die Kinder sind. Selbst die Aussage bezüglich der Meldung ist für mich unangebracht, da sie vermeintlich anderenorts gemeldet sind. Auch die halbgare Kindesabnahme, finde ich grenzwertig. Ich lese hier keine Gefahr im Verzug. Die Geschichte passt in mein Bild, welches ich in den letzten 25 Jahren von diesem Land bekommen habe. Viele Kleinbürger, die sich gegenseitig ausspionieren….

      • Da haben sie wohl recht. Trotzdem ist es eigenartig dass dieser Herr Keller aufkauft um seine Kinder eine Wohnung zu verschaffen. Glaube dass dieser Besagter einen kleinen Sprung in der Schüssel hat. Schon allein die Überwachungskamera deutet auf paranoide Wahrnehmungen.

    • Sie meinen wie z.B. Kinder in fensterlosen Räumen aufzuziehen? Widmungswidrig zu wohnen? Jugendwohlfahrt durch unterlassene Meldung auszubremsen? Der überbordende Sozialstaat glaubt sich überall einmischen zu müssen.

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