Samstag, Februar 24, 2024

Erste Partei fordert Verbot von HHC

Die umstrittene Substanz HHC findet in Österreich immer mehr Abnehmer. Die NEOS fordern die Regierung nun auf, die Modedroge in die “Neue-Psychoaktive-Substanzen-Verordnung” aufzunehmen.

Wien | Experten warnen beim Konsum von Hexahydrocannabinol (HHC) schon seit längerem vor einem gefährlichen Selbstexperiment – ZackZack hat berichtet. Zu wenig sei über die Nebenwirkungen und Langzeitfolgen des berauschenden Cannabinoids bekannt. Eine Gesetzeslücke macht es aber möglich, dass die neue Substanz, die durch ein chemisches Verfahren aus der Hanfpflanze gewonnen wird, von einigen Händlern zum Verkauf angeboten wird, als legale Alternative zum bekannten und verbotenen Stoff THC.

Rechtslage unübersichtlich

Ob das tatsächlich legal ist, darüber herrscht Uneinigkeit. Der Großteil der Shops übt sich wegen der unübersichtlichen Rechtslage bei HHC in Zurückhaltung. So auch ein CBD-Produzent, der gegenüber ZackZack betonte, keine Strafen riskieren zu wollen. Denn HHC falle aufgrund seiner Neuartigkeit unter das Bundesgesetz über den Schutz vor Gesundheitsgefahren im Zusammenhang mit Neuen Psychoaktiven Substanzen, das sogenannte “Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz” (NPSG), so der Anwalt des Branchen-Kenners. Da die österreichische Suchtmittelpolitik Stoffe aufgrund ihrer Wirkung unterscheidet, dauert es aber meistens seine Zeit, bis neu aufkommende Substanzen ihren Weg in ein Gesetz finden.

NEOS stellen Antrag

Das ist ein Grund, warum die NEOS rund um Gesundheitssprecher Gerald Loacker nun einen Entschließungsantrag im Nationalrat einreichten, wonach die Bundesregierung aufgefordert wird, HHC in das NPSG aufzunehmen.

“Eine Reform der österreichischen Suchtmittelpolitik ist in ihrer Gesamtheit zwar mehr als überfällig, einzelne Produkte aus Gesetzeslücken heraus breit verfügbar zu machen, stellt ohne Aufklärung aus gesundheitlicher Sicht aber ein enormes Risiko dar und sollte nicht aus Nachlässigkeit heraus möglich sein.”, heißt es im Antrag wörtlich.

Titelbild: HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com

Markus Steurer
Markus Steurer
Hat eine Leidenschaft für Reportagen. Mit der Kamera ist er meistens dort, wo die spannendsten Geschichten geschrieben werden – draußen bei den Menschen.
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13 Kommentare

  1. Also wenn jetzt ein Experte im Auftrag der Regierung sagt, dass das Zeugs ungesund ist, werde ich es glatt auch ausprobieren.

  2. “Neue-Psychoaktive-Substanzen-Verordnung”?
    Aspirin, Tabak, Alkohol und …………

  3. Die NEOS sind und bleiben nahezu genauso sympathisch wie ein Furunkel am Sack. Die Privatisierung des Wassers ist auch noch ausständig. Vielleicht wäre es ohnehin eine gute Idee das neoliberale Gehabe komplett im Staat zu implementieren. Sozialleistungen komplett streichen und Gesundheitssektor komplett privatisieren, der feuchte Traum dieser grauslichen Gesellen. NEOS = ÖVP/Grün

    • Ein unübersichtliches Konglomerat aus Personen die sich aus den verschiedensten Lagern gefunden haben. Dadurch weiß keiner so recht für was die Neos stehen. Man vernimmt links wie rechtsliberales und unterm Strich kommt dann neoliberales raus. Eine Partei die letztendlich wieder nur der Wirtschaft zuarbeitet und den Arbeitnehmern die lange Nase zeigt. Könnte gut und gern auf sie verzichten wenn sie nicht als Mehrheitsbeschaffer für die thematisierte Dreierkoalition von Nutzen sein könnten.

      • zu mehr als zum steigbügelhalter reichen die nicht. das dumme an der sache ist, sind die mal an der macht, machen sie es ihren schwürkisen brüdern / schwestern nach und bedienen ihre haberer in der wirtschaft

        • An die Macht kommen ist wohl relativ. Sie wären vermutlich der kleinste Nenner mit Rot und Grün. Da müssten sie sich unterordnen, ähnlich wie die Grünen in der aktuellen Regierung

      • Zu Ihrem letzten Satz: Weshalb sind dann für viele in diesem Forum die Grünen unwählbar geworden? Man muss die övp lediglich als Mehrheitsbeschaffer ansehen…
        Ich würde niemals eine Neuauflage von Schwürkis/Blau zur Kenntnis nehmen und da möchte ich vor bei der nächsten Wahl eine Garantie darauf haben dass die fpö nicht mit der övp koalieren wird. Bekomme ich die nicht, wähle ich anderst als üblich.
        Mehrheitsbeschaffer hin oder her.

    • Könnten Sie sich BML nicht als BM vorstellen? Vllt wären dann nicht mehr so viele fetzendeppert und die Anzahl der fpö- Wähler würde auch sinken weil nicht mehr so viele ungebildete Idioten herumlaufen, finden Sie nicht?

      • Ganz persönlich würde ich mir eine Koalition aus SPÖ und KPÖ wünschen, allerdings mit einem Herrn Babler als Parteichef (am besten noch ohne Ludwig, Doskosil und PRW, die könnten ihre eigene Partei gründen oder gegebenenfalls zu einer bereits etablierten Organisation wechseln). Frau Kahr ist bei mir persönlich ohnehin eine Sympathieträgerin. Die NEOS wünsche ich mir eher in Opposition. Soviel zu meinen persönlichen Wünschen, die ohnehin irrelevant sind, da ich in Österreich nicht wahlberechtigt bin. Zu der Auswahl zwischen Pest und Cholera, nun, dann wäre Frau BML durchaus meine präferierte Person, vor sämtlichen FPÖ Chargen. Aber selbst die Ausscheidungen meines Hundes hätten hier klar gewonnen, also insofern ein Selbstläufer.

  4. Hat der keine anderen Sorgen? Mit Leuten wie Loacker, die eher rechtsliberal angehaucht sind, werden die Neos kaum zusätzliche Wählerschichten ansprechen und wie gewohnt auf der Stelle treten.

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