Mittwoch, Mai 29, 2024

Noch teurer als Kurz: Rekord-Zahl an Regierungsmitarbeitern

Der Personalstand der Bundesregierung ist auf einem Allzeithoch. 247 Personen sind in den Ministerien der Nehammer-Kogler-Regierung derzeit tätig und damit sogar teurer als unter dem PR-affinen Sebastian Kurz.

Wien | Der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Philip Kucher ermittelte mittels parlamentarischer Anfragenserie die Zahl der Mitarbeiter in allen Ministerien. Wie die „Kleine Zeitung“ am Montag als erstes berichtete, stiegen die Kosten mit Jahresende 2022 und die Anzahl der Mitarbeiter. Mittlerweile befinden sich in allen Kabinetten der Ministerien der ÖVP-Grünen-Regierung insgesamt 247 Mitarbeiter: Rekord! Zu den aufgelisteten Jobs in den Ministerbüros zählen auch die Kabinettschefs, deren Stellvertreter, sowie Fachreferenten. Nicht erfasst sind Sekretäre und Chauffeure, sowie die unter Kurz-Strache eingeführten Generalsekretäre.

Teurer und mehr Mitarbeiter als unter Kurz

Damit hat die aktuelle Nehammer-Kogler-Koalition sogar 21 Mitarbeiter mehr als noch unter dem PR- und Öffentlichkeitsarbeit frivolen Kanzler Sebastian Kurz. Mit Beginn von Türkis-Blau explodierten die Kabinette, waren es unter Christian Kern 2017 noch 163 Mitarbeiter, stieg die Zahl mit der Kurz-Kanzlerschaft schlagartig auf 220 an. Der Politikwissenschaftler Hubert Sickinger führte gegenüber der Tageszeitung zu der Mitarbeiterexplosion an: “Wo davor ein Pressesprecher gesessen ist, waren auf einmal drei.”

Doch nicht nur die Anzahl der Mitarbeiter stieg in den letzten Jahren dramatisch, auch die Ausgaben für den Mitarbeiterstab stiegen deutlich. Die Gesamtkosten kommen laut SPÖ-Berechnung auf 38,4 Millionen Euro. Zum Vergleich: Unter Kanzler Christian Kern und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner betrugen die Ausgaben „nur“ 25 Millionen Euro. Türkis-Blau war mit 31 Millionen Euro teurer als die „Große Koalition“.

“Je schlechter die Umfragen, desto mehr Mitarbeiter”

Anfragensteller Kucher meint zu den Kosten von Türkis-Grün gegenüber der „Kleinen Zeitung“: “Je schlechter die Umfragen, desto mehr Mitarbeiter braucht die Regierung. Zumindest gewinnt man den Eindruck, wenn man sich die Zahlen ansieht.”

Die aktuelle Regierung begründet den hohen Personalstand mit der Corona-Pandemie und den darauffolgenden Krisen. Neuanstellungen in den Kabinetten seien unvermeidbar gewesen.

Titelbild: ROBERT JAEGER / APA / picturedesk.com

Benedikt Faast
Benedikt Faast
Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.
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12 Kommentare

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Bitch.of.the.ritch
21.2.2023 9:49

Mich würde interessieren welchen Ministerien genau dieser Zuwachs zu verdanken ist.

Republikaner
21.2.2023 8:29

Das was man hier sieht ist die Vorbereitung für die Zeit danach. Oder glaubt jemand das bei einer Wahlniederlage die ÖVP sich so leicht geschlagen gibt. Linientreue Beamte werden jeder neuen Bundesregierung das Leben schwer machen .Was intern diskutiert wird, wird den Medien bzw der ÖVP-Zentarale zugespielt.
So geht Sabotage es gibt eine Zeit danach.

21.2.2023 11:32
Antworte auf  Republikaner

👌 Leider. Der noch aus der Monarchie heraus stammende, bis zur hohen Kunst entwickelte akribische Bürokratismus im überwiegend ideologischen Formalismus über Generationen hinweg – einst bürgerlich pragmatisiert, nicht pragmatisch kultiviert – ist nicht umsonst welt-bekannt und legendär. (Unser nördl. sprachverwandter Nachbar steht da übrigens auch um nichts nach. Auch der Wahnsinn des WKII konnte mit diesem völkischen Wesenzug immerhin so noch einigermaßen nachvollzogen werden…)

Zuletzt bearbeitet 1 Jahr zuvor von DaSchauHer
narrentief
21.2.2023 8:17

Noch teurer als Kurz:; Schattenkanzler Nehammer, der auf Schallenberg folgte: Es ist derselbe Haufen am Ballhausplatz Numero 2!

Mambo0815
20.2.2023 18:28

Sparen im System

Für mich noch immer unvorstellbar, was sich eine dreißig Prozent Regierung hier alles heraus nimmt.

Aber am schlimmsten finde ich noch immer diese willigen Medien, mit ihren willigen Journalisten, die uns den Willen der Konzerne in das Gehirn zu schreiben versuchen.

Für ein geglücktes leben.

60Plus
20.2.2023 17:38

Hohle Köpfe bringen wenig außer eben Kosten und das ist wie es aussieht der Fall, denn alles was die Regierung zu Stande bringt ist falsch und nicht den Gesetzen entsprechend oder es kostet nur und bringt uns, der Bevölkerung, nichts. Dieser Haufen von aufgeblasenen Betrügern gehört so schnell als möglich eliminiert, egal wie, die müssen weg, die führen uns von einem Chaos ins nächste, dass Sie aber selbst durch Ihr dummes Handeln erzeugt haben. Ich habe es bis heute nicht geschafft einen ÖVP Wähler ausfindig zu machen, denn ich will wissen wieso der so einen Haufen an Idioten wählen kann?
In Kürze wird unser komplettes Gesundheitssystem auf das Niveau von Afrika sinken, kein Personal keine Ärzte aber riesen Krankenhäuser. Wie dumm muss man sein um so etwas doch sehr gut laufendes zu Grunde zu richten, vor allem eigentlich nichts dagegen tun außer BLA BLA BLA. Detto mit der Teuerung, in Österreich ist die höchste Inflationsrate, unsere Regierung will das Volk abzocken.

nikita
20.2.2023 16:04

Was kommt als nächstes?

Dealer
20.2.2023 16:01

Also um so weniger diese Regierung weiterbringt, um so mehr Mitarbeiter braucht diese und um so noch mehr Ressourcen und Geldmittel der Bürger dafür.
Die Verhinderungen von der Whistlower Richtlinie, des weiter vortäuschende “Aus” für den Immunitätslerass, die Verhinderung des Informationsfreiheitsgesetzes, die Presse manipulieren, die zahlreichen strafrechtlichen Ermittlungen unterdrücken, die rechtliche Vorbereitung auf die Anklage nach dem Mafiaparagraph, das Verstecken des berühmt berüchtigten “Wasserschadens” usw. usf – Ja man hat anscheinend wahrlich viel zu tun.
Gott sei Dank aber sind wir wenigstens so nicht und darf diese ohnhin unfassbare Aussage auch weiter aufrecht bleiben?
Gute Nacht
Auch mit unserer Wahldemokratie wird es wohl bald auch noch den Bank hinuntergehen…

20.2.2023 14:55

| Die aktuelle Regierung begründet den hohen Personalstand mit der Corona-Pandemie und den darauffolgenden Krisen. Neuanstellungen in den Kabinetten seien unvermeidbar gewesen. |

Wenn u.a. Lifebrain – auch ein Produkt der Corona-Pandemie, jedoch notwendig sinnvoll – seinen MA-Stand nach dem ausgerufenen Ende nun auf 1/10 schrumpfen muss, wird es der Regierung auch möglich sein müssen, laufende Betriebskosten einzusparen.

JEDE andere Rechtfertigung zur postpandemischen Erhaltung eines RekordMitarbeiterstandes ist wieder einmal schlicht gelogen und Augenauswischerei. Der gesamte “Staat” wird zum Sparen angehalten, erst recht in öffentlich-rechtlicher Information. Politisch relevante “Posten” (nicht nur Stellen) seien davon ausgenommen? Manpower f. Propaganda darf kosten, was es wolle, öffentlich-rechtliches Broadcasting, das nicht zu 100% vereinnahmt werden kann, muss im Kahlschlag jedoch “günstiger” für den notleidenden Konsumenten werden? Kommt man damit wirklich durch???

Danielle Durand
20.2.2023 21:29
Antworte auf 

Glauben Sie etwa die postpandemischen Veränderungen bedürfen keiner Administration?

nikita
20.2.2023 16:02
Antworte auf 

Ja, bei der österreichischen Trägheit wird die Bevölkerung erst munter wenn’s zu spät ist.

Bitch.of.the.ritch
21.2.2023 9:51
Antworte auf  nikita

Da bin ich mir nicht so sicher

Jetzt: der Pilnacek Laptop!

Denn: ZackZack bist auch DU!