Mittwoch, Mai 29, 2024

ZackZack am Freitagmorgen – 24. Feburar 2023

Ukraine-Jahrestag: China fordert Waffenruhe, RB Salzburg scheitert in Europa League an Roma, Weinstein zu weiteren 16 Jahren Haft verurteilt und Nehammer fühlt sich falsch zitiert: “Habe das nie so gesagt”.

Wien | Was am Freitag wichtig ist:

Ukraine-Jahrestag: China fordert Waffenruhe – Selenskyj siegessicher

Kiew, Moskau, Peking | China hat zu einem Waffenstillstand im Ukraine-Krieg aufgerufen. In einem mit Spannung erwarteten Positionspapier, das Freitag vom Außenministerium in Peking veröffentlicht wurde, wird auch eine sofortige Wiederaufnahme von Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine gefordert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat indes am ersten Jahrestag des russischen Angriffskrieges den Widerstand seiner Landsleute gewürdigt und sich erneut siegessicher gezeigt.

“Es war ein Jahr des Schmerzes, der Sorgen, des Glaubens und der Einheit”, teilte der 45-Jährige am Freitag mit. Am 24. Februar vor einem Jahr hätten viele ihre Wahl getroffen. “Nicht eine weiße Fahne, sondern die blau-gelbe Fahne”, sagte er. “Nicht fliehen, sondern sich stellen. Widerstand und Kampf”, schrieb Selenskyj im Kurznachrichtendienst Twitter zu einem emotionalen Video mit Bildern vom Kampf der Ukrainer. “Wir wissen, dass 2023 das Jahr unseres Sieges sein wird”, so Selenskyj weiter.

Selenskyj bezeichnete zuvor die Lage im Osten und Süden des Landes als schwierig und gefährlich.

RB Salzburg scheitert in Europa League an Roma

Rom, Salzburg | Red Bull Salzburg hat den Aufstieg ins Achtelfinale der Fußball-Europa-League verpasst. Österreichs Serienmeister kassierte am Donnerstag im Zwischenrunden-Rückspiel eine 0:2-Niederlage bei AS Roma, das 1:0 der “Bullen” vor einer Woche in Wals-Siezenheim war daher zu wenig. Andrea Belotti (33.) und Paulo Dybala (40.) erzielten vor 62.593 Zuschauern im ausverkauften Stadio Olimpico die Tore für die vor der Pause klar überlegenen Italiener.

Das Schicksal der Salzburger wurde bereits in der ersten Hälfte besiegelt. Die Truppe von Coach Matthias Jaissle lief da fast ausschließlich Ball und Gegner hinterher, und wenn das Spielgerät doch einmal in den Reihen der Gäste landete, dann nur für kurze Zeit. Dadurch blieben die erhofften Umschaltmomente aus und man konnte sich nicht aus der Umklammerung der “Giallorossi” befreien.

Weinstein zu weiteren 16 Jahren Haft verurteilt

Los Angeles | Der ehemalige Hollywood-Mogul Harvey Weinstein ist wegen Sexualverbrechen zu einer weiteren Haftstrafe von 16 Jahren verurteilt worden. Das entschied ein Gericht in Los Angeles am Donnerstag. Weinstein war 2020 nach einem Prozess in New York wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung bereits zu einer Haftstrafe von 23 Jahren verurteilt worden.

Bei dem Prozess in Los Angeles hatte eine Jury den 70-Jährigen im Dezember wegen Sexualverbrechen in drei Anklagepunkten, darunter Vergewaltigung, schuldig gesprochen. In einem Punkt wurde er freigesprochen, in drei weiteren Punkten gab es keine Einigung. Die Vorwürfe stammten von vier Frauen in einem Zeitraum von 2004 bis 2013. Die meisten Übergriffe sollen in Hotels in Beverly Hills stattgefunden haben.

Der erste Weinstein-Prozess in New York markierte einen Meilenstein der Rechtsgeschichte. Der Fall hatte damals die #MeToo-Bewegung maßgeblich mit ausgelöst. Seit 2017 haben mehr als 80 Frauen Weinstein öffentlich sexuelle Übergriffe vorgeworfen.

Nehammer fühlt sich falsch zitiert: “Habe das nie so gesagt”

Wien | Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) fühlt sich, was seine Aussage anbelangt, wonach die Politik in der Coronapandemie “expertenhörig” gewesen sei, falsch verstanden. “Ich habe das nie so gesagt, bzw. ist es verkürzt transportiert worden”, sagte er im Interview mit der Tageszeitung “Kurier” (Freitag-Ausgabe). Das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

“Was ich damit betonen wollte, war, dass wir nicht einfach ins Blaue hinaus entschieden, sondern uns beraten haben”, erklärte der Kanzler. Bei einigen Entscheidungen sei man der Wissenschaft “komplett” gefolgt, bei anderen habe man sich anders entschieden. “Hinter all dem kann man stehen, es kann auch manchmal nicht gut gewesen sein, aber das Entscheidende ist, dass man erkennt, dass es redlich war”, betonte Nehammer.

Nehammer hatte vor rund einer Woche die Aufarbeitung der Coronapandemie angekündigt. Die Bundesregierung wolle die “Hand ausstrecken” und einen “Dialogprozess” starten. Corona und seine Folgen hätten “tiefe Gräben” in der Gesellschaft hinterlassen und die Menschen in Österreich schwer belastet. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten werde man die Vorgehensweise während der Pandemie analysieren, diskutieren und gegebenenfalls auch Fehler zugestehen.

Titelbild: ZackZack / Christopher Glanzl

Benedikt Faast
Benedikt Faast
Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.
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8 Kommentare

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veltliner
24.2.2023 8:13

welcher zusammenhang, bei dem typen hängt doch nix zusammen

Dealer
24.2.2023 7:53

Genau redlich waren diese Entscheidungen nie!

Sie waren meiner Meinung nach vorsätzlich und wissentlich schädigend und meist unverhältnismäßig nicht angemessen und gegen Grund- und Menschenrechte verstoßend, teilsweise auch psychisch schwer verletzlich und allermeist schon überhaupt nicht wissenschaftlich begründet und teilwesie sogar richtig bösartig und menschenverachtend.

Ich hoffe sehr, dass hier die Wahrheit und die Verantwortung auch für unsere Nachwelt sichtbar endlich herausgearbeitet werden. – Denn wir sind so wie wir nicht hätten sein sollen! – Und da nützt auch kein Zähne zusammenbeißen mehr…

Dealer
24.2.2023 7:56
Antworte auf  Dealer

Was ich noch vergessen habe, sind die weiteren Auswirkungen, denn diese waren schwerstens korrupt und meist auch noch schwer unsozial (die größte Umverteilung die es je gegeben hat und welche noch immer läuft…) und müssen ebenfalls dringend aufgearbeitet werden.

Davor aber müssen die Medien wieder funktionieren und gerade solche wie ZZ umgehend finanziell unterstützt werden und die ganzen Wasserschäden umgehend behoben werden, sonst wird das alles wohl wieder nix werden?

hagerhard
24.2.2023 7:36

An diesem Freitag, dem 24. Februar, jährt sich der Überfall Russlands auf die Ukraine.

Am Dienstag dieser Woche fühlt sich Putin bemüssigt eine Rede zur Lage der Nation zu halten:
Russland habe sich bemüht, das Problem im Donbass friedlich zu lösen. Aber der Westen habe ein anderes Szenario vorbereitet. „Sie haben den Krieg begonnen. Wir haben alles getan, um ihn zu stoppen.“

Die Aussagen Putins klingen irgendwie vertraut.

Russland ist also das Opfer
Sagt Putin.

Und meint damit das von ihm in Geiselhaft genommene Russland.

In Wahrheit sind aber die vielen Getöteten und Verletzten (auf beiden Seiten), Vergewaltigten und Vertriebenen die Opfer. Darunter viele Zivilisten und Opfer von Kriegsverbrechen.

Dafür tragen Putin und seine Mitläufer die volle Verantwortung.

https://www.hagerhard.at/echt-rot/2023/02/seit-5-uhr-45-wird-jetzt-zurueckgeschossen/

baer
24.2.2023 11:15
Antworte auf  hagerhard

Ich werde eine Kerze anzünden für die Opfer auf beiden Seiten. Am besten auch gleich noch eine für die Opfer von Rassismus und Nationalismus……ich glaub das wird ein Lichtermeer….

baer
24.2.2023 11:26
Antworte auf  baer

Nachtrag: Danke für den wirklich exzellenten Blogbeitrag 👍

Draga M
24.2.2023 9:22
Antworte auf  hagerhard

Leider verstehen Ihre Politiker nicht, wie gefährlich Russland ist, und glauben, dass ein Lamm, das von zwei Mutterschafen gesäugt wird, bessere Wachstumschancen hat.

Jetzt: Spionage in der "Russencity"

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