Dienstag, März 5, 2024

„Mit allem und Darmbakterien“ – Linzer Kebabs fliegen durch

Na, Mahlzeit! Die Arbeiterkammer Oberösterreich testete zehn zufällig ausgewählte Kebabstände in Linz. Das Ergebnis: Darmbakterien, wohin man nur sieht.

Linz | Beim Kebab-Test der Arbeiterkammer Oberösterreich in Linz kam es zu einem unappetitlichen Ergebnis. Zehn zufällig ausgewählte Kebabstände waren von der AK an ein Labor geschickt und untersucht worden. Bei den meisten der unter­suchten Proben wurden teils beträchtliche Mengen an Enterobakterien nachgewiesen, die auch Bestandteil der normalen Darmflora sind. Für Lebensmittel gelten sie als allgemeine Hygieneindikatorkeime.

Bei mehr als der Hälfte der getesteten Kebabs tummelte sich eine Menge an Keimen, bei denen „entweder von einer ungenügenden Hygienepraxis bei der Zubereitung oder von einer Kontamination der verwendeten Rohstoffe“ auszugehen sei.

Sind nicht nur unhygienisch, sie schmecken auch nicht

Doch nicht nur der Hygiene-Test sorgt für ein schlechtes Ergebnis, zu allem Überfluss sei auch der Geschmack unzureichend. Eine von zehn Proben wurde beim Sensoriktest von den geschulten Fachleuten als mangelhaft bewertet. Beanstandungsgründe waren der alte Geruch und Geschmack der Sauce sowie eine zu weiche Konsistenz der Tomate. Bei vier  Proben kam es sogar zu schweren sensorischen Mängeln, darunter der Geruch des Fleisches und eine alte Sauce. Drei Proben hatten zudem eine Überschreitung von Hefe oder Schimmel-Grenzwerten.

Die Arbeiterkammer rät, für den richtigen Kebab-Kauf auf einen sauberen Gesamteindruck des Lokals zu achten. Auch ein Blick auf die Zutaten könne helfen: „Die Fleischstücke sollten gut durchgebraten (zartbraun) und heiß sein, das Gemüse beziehungsweise der Salat in der Theke gekühlt aufbewahrt werden. Wirkt das Gemüse bereits matschig oder weist braune Stellen auf, könnte das auf mangelnde Frische hinweisen.“

Titelbild: BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com

Benedikt Faast
Benedikt Faast
Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.
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7 Kommentare

  1. Die AK arbeitet schon wirklich gründlich. Sie hat nicht nur deren Produkte, sondern gleich 10 ganze Kebabstände (so der Text) zur Untersuchung an ein Labor geschickt. 🙂 Aber mir persönlich kann das Ergebnis relativ egal sein, ich bin seit 45 Jahren Vegetarier. Das heißt aber nicht, dass es mir egal wäre, wenn in Österreich mangelhafte Lebensmittel verkauft werden.

  2. Wer Döner mit Tomate und Sauce ißt…

    dabei reden doch alle über das gute und wichtige Darmbiom.

  3. Genial. Die Arbeiterkammer hat geschulte Kebap-Tester. Sensorik-Experten sozusagen.

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