Samstag, Mai 18, 2024

Pro & Contra: Was tun mit Rendi-Wagner?

Soll sie bleiben oder gehen? Die Kärnten-Wahl befeuert die Diskussion um die Zukunft der SPÖ-Parteivorsitzenden Pamela Rendi-Wagner. Ein Pro&Contra von Benedikt Faast und Anja Melzer.

Wien | Nicht nur auf und ab im Land, sondern auch in der ZackZack-Redaktion ist die SPÖ und wer sie führen soll, streitbares Thema. Rendi-Wagner: Rücktritt oder Bleiben?

Stv. Chefredakteurin Anja Melzer. (C) ZackZack/Christopher Glanzl

Besser wird’s nimmer

Pamela Rendi-Wagner wackelt – nicht erst seit gestern, aber seit gestern noch ein bisschen heftiger. Dabei kennen wir diese Tage nach Landtagswahlen ja inzwischen allzu gut, lediglich der Turm aus katastrophalen Wahlergebnissen unter ihrem Vorsitz wächst immer weiter: Oberösterreich (ein magerer Zugewinn von 0,2 Prozent), Tirol (ebenso), Niederösterreich (Verlust von 3,3 Prozent), jetzt Kärnten (minus harte 9 Prozent). Dies nur allein den blamablen Querschüssen aus dem Burgenland in Person von Hans-Peter Doskozil umzuhängen, greift zu kurz. Und ist eigentlich auch zweitrangig, denn: Es zeigt in erster Linie, dass Rendi-Wagner die Partei nicht im Griff hat – und vermutlich nie hatte.

Dazu kommt, dass man sich viel zu lange auf Bundes-Umfragen im Aufwärtstrend ausgeruht hat, die die SPÖ zeitweise auf Platz 1 sahen. Dabei wurde völlig außer Acht gelassen, dass der Grund für den vorübergehenden Aufwind nicht in wahnsinnig starker Oppositionsarbeit bestand, sondern der überragenden Schwäche aller anderen Parteien geschuldet war. Und genau das ist das schwerwiegendste Problem, mit dem sich Rendi-Wagner konfrontiert sieht: Die SPÖ ist inhaltsleer und perspektivenlos. Eh schon fatal. Aber in Zeiten grassierender Inflation, massiver Angriffe von konservativer Seite auf Sozialstaat und Arbeitsmarkt, schweren Korruptionsvorwürfen gegen eine Regierungspartei und billig-populistischer Ausländerhassereien (wo bleibt eigentlich die laute Mauer gegen Rechts?) als Sozialdemokratie, die sich um das Wohl der Menschen kümmern will, nichts Greifbares dagegen zu halten – das ist im Grunde gemeingefährlich. Für die SPÖ liegen die Themen offen und breit auf der Straße verstreut – aber sie hebt sie nicht auf, sondern hält lieber Therapiestunden „Im Zentrum“ ab oder richtet sich auf Covern und in Interviews gegenseitig Dinge aus.

Die SPÖ braucht Hoffnung, Fokus und neuen Kampfgeist. Die Partei muss raus aus der Spirale aus Selbstbeschäftigung und den ewigen Befindlichkeiten. Verantwortung übernehmen statt weltfremder Jammerei zu fröhnen. Dieses Team – so sehr es sich vielleicht bemühen mag – kann es nicht. Und wird den Wind auch nicht mehr drehen. Wer es künftig machen soll – das ist eine andere Frage, sie sollte sich die Partei dringend stellen. Worauf noch warten? Auf das nächste Debakel in Salzburg? Auf tieferes Absinken im Bund? Die Debatte um die Führung wird nicht abreißen. Den perfekten Zeitpunkt für einen Wechsel wird es nicht geben. Also lieber jetzt als nie.

News-Ressortleiter Benedikt Faast. (C) ZackZack/Christopher Glanzl

Abwarten und Sozialdemokra-Tea trinken

„Gerüchte über einen bevorstehenden Abgang Rendi-Wagners machen die Runde“, nein, das ist keine aktuelle Schlagzeile, das ist eine APA-Meldung vom 28. November 2019. De facto seit ihrem Antritt ist Rendi-Wagner medial mit einem Bein aus der Löwelstraße draußen. Doch: Sie ist noch immer da.

Das wird jetzt kein flammendes Plädoyer für die aktuelle Vorsitzende. Welche Karten spielen Rendi-Wagner in die Hände? Der Zeitpunkt. Ein Hauruck-Wechsel an der Spitze wäre für die SPÖ momentan praktisch eine Selbstaufgabe für die Nationalratswahl im Herbst 2024, im Tausch für ein vielleicht besseres Salzburg-Ergebnis im April durch den Trainer-Wechseleffekt. So wichtig ist Salzburg dann auch wieder nicht. (Sorry, liebe Salzburger).

Egal, ob Doskozil, Bures, oder sonstige realistische wie auch unrealistische Antworten auf die Vorsitzenden-Frage bei den Sozialdemokraten, alle hätten mit einem Problem zu rechnen: Eineinhalb Jahre bis zur nächsten Wahl sind verdammt lange. Egal, wie charismatisch, eloquent oder führungsstark ein Ersatz für Rendi-Wagner wäre: Eineinhalb Jahre Oppositionsbank bis zur Wahl drücken, nur zu fordern, aber keine wirklichen herzeigbaren Erfolge gegen die türkis-grüne Regierung darzulegen, nagt am Image eines neuen Vorsitzenden. Die Leitartikel im Herbst 2024 schreiben sich praktisch von selbst: „Was hat der neue SPÖ-Vorsitz eigentlich in eineinhalb Jahren gemacht?“ Der Führungswechsel-Effekt verpufft bis dahin, der neue Lack ist ab.

Heißt das jetzt im Umkehrschluss, dass Rendi-Wagner die SPÖ in die Nationalratswahl führen soll? Nicht automatisch. Doch die Alternativen, die die SPÖ in ruhige Gewässer führen könnten, sind rar. Sollte Hans-Peter Doskozil übernehmen, darf man mit Widerstand aus dem mächtigen Wien-Lager rechnen. Im umgekehrten Fall darf man damit rechnen, dass die Querschüsse Doskozils wohl nicht enden. Eine realistische, mitreißende Lösung von außerhalb sucht man sowieso vergebens.

Zudem spielt Rendi-Wagner ein weiterer Punkt in die Hände: Die Schnelllebigkeit der österreichischen Innenpolitik. Blicken wir etwa auf die Umfragen vor eineinhalb Jahren zurück. Die ÖVP war uneinholbar mit 35 Prozent in Führung, die FPÖ und die Sozialdemokraten grundelten bei 20 Prozent herum. Zwischenzeitlich lachte Rendi-Wagner bereits von Titelseiten als neue Kanzlerin. Das ist bekanntlich ja nicht mehr so. Österreichs Politik bewegt sich schnell, wer letzte Woche der Depp war, kann morgen der Held sein. Soll heißen: Abwarten und Sozialdemokra-Tea trinken. Wer weiß, wie die Welt in einem Jahr aussieht. Dann kann man immer noch die Spitze austauschen.

Soll Rendi-Wagner zurücktreten?
  • Ja 64%, 1810 votes
    1810 votes 64%
    1810 votes - 64% of all votes
  • Nein 36%, 1001 vote
    1001 vote 36%
    1001 vote - 36% of all votes
Abstimmungen insgesamt: 2811
6.3.2023
Die Umfrage wurde geschlossen

Titelbild: BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com

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76 Kommentare

  1. Frau Melzer,
    ich lese Ihre Zeilen erst zum 2. Mal und bin zum 2. Mal sehr irritiert

    O… Pamela Rendi-Wagner wackelt (???)
    O… dass Rendi-Wagner die Partei nicht im Griff (???) hat
    O… die SPÖ ist inhaltsleer und perspektivenlos (NR-Übertragung und spoe.at – hier kann Ihnen
    geholfen werden)
    O… das ist im Grunde gemeingefährlich (Waffengewalt oder ansteckend?)
    O… Therapiestunden „Im Zentrum“ – nach 20 Absagen zu einem Thema könnte man auch
    ORF+Reiterers Strategie hinterfragen
    O… weltfremde Jammerei (???)
    O … Dieses Team – so sehr es sich vielleicht bemühen mag – kann es nicht.

    Würde es Ihnen gefallen, wenn ich schriebe:
    Melzer – so sehr sie sich vielleicht bemühen mag – kann es nicht.

    Mit freundlichen Grüßen

    • Die Melzerin kann es ja wirklich nicht. Das ist Amateurjournalismus aus der letzten Liga.

  2. In der SPÖ geht es im Grunde genommen nicht darum ob Rendi-Wagner oder Doskozil, sondern darüber ob über das Asylthema offen diskutiert werden darf. Der Doskozil will das und hat die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich und die Rendi-Wagner will das nicht und will das Thema irgendwie durchtauchen. Das funktioniert aber nicht und selbst ihre Unterstützer beginnen sich zu fragen, ob die SPÖ in Schönheit weiterhin in Opposition verharren soll. Denn wenn selbst Migranten aus unseren östlichen Nachbarstaaten den ungezügelten Zuzug nicht gutheißen, wie sieht das dann erst unter der heimischen Bevölkerung aus. Es ist ein Unterschied, ob man Kriegsflüchtlingen aus Europa hilft, oder Wirtschaftsflüchlingen aus Asien und Afrika. Wie man mit muslimischen Migranten umgehen soll, die hier ihre eigene Gegenkultur ausleben wollen, auch dafür hat die SPÖ keine Antwort. Viel lieber wird gegendert, was den Frauen und den Opfern der frauenfeindlchen islamischen Kultur aber nicht wirklich hilft.

  3. Rendi-Wagner ist anscheinend zu anständig, zu wenig hinterfotzig und angriffig für eine österreichische Oppositionspolitikerin.

    Rendi-Wagner wäre ein ideales und herzeigbares Regierungsmitglied als Ministerin. Und davon haben wir nicht viele.

    Als Oppositionsführerin ist sie nicht “dreckig” genug bei ihrer Kritik an den Fehlleistungen dieser fürchterlichen Regierung. Dazu kommen noch die miesen untergriffigen Querschüsse aus der eigenen Partei.

    Aber wo ist die Alternative?

    Ludwig und Doskozil werden nicht als Oppositionsführer zur Verfügung stehen. Sie wären schön blöd, ihren komfortablen LH Posten aufzugeben.

    Deshalb ist es letztklassig, was Doskozil treibt. Immer aus der zweiten Reihe kritisieren, ohne selbst in den Ring steigen zu wollen. Denn dazu fehlt ihm anscheinend der Mumm.

    • Als die Rendi-Wagner gewählt wurde, hat sie versucht, die Parteizentrale umzubauen und hat sich Leute an ihre Seite geholt, die in der Partei und der Bevölkerung gut ankommen. Beispiel, der Generalsekretär Deutsch. Stattdessen hat sie den in den Lercher abgesetzt, weil ihr der zu links war. Auch als Frau kann man nicht ständig gegen den Wind pinkeln.

    • Der Peter Pilz war immer schon Realist und kein grüner Träumer, der alles was nicht zur grünen Ideologie passte, nicht diskutiert werden durfte. Deshalb hat, bzw. musste er die Partei verlassen. Inzwischen sind seine ehemaligen Grünen ziemlich hart auf der Realität aufgeschlagen.

  4. Es zeigen die Wahlergebnis aber auch, dass links-populistische Parteien wie die SPÖ die Profiteure dieser Krisen sind, die alles versprechen, aber nichts halten müssen: „Keine andere Partei hat in der Regierung inhaltlich so versagt und die Menschen so enttäuscht wie die SPÖ“

    • Echt die SPÖ ist jetzt auch eine populistsche Partei, können sie mir dann bitte eine Partei in Österreich nennen auf die keine ist?

  5. Man sollte endlich bei der SPÖ Diskussion den Doskozil herauslassen und alleine die SPÖ betrachten. Alles dem Doskozil in die Schuhe zu schieben, ist eine faule Ausrede.
    Da werden seit 4 Jahren von der Regierungskoalition 11Meter vor einem leeren Tor aufgelegt und die SPÖ schießt nicht daneben. Nein! Sie tritt gar nicht an zum 11-Meter schießen.
    Die Frau Dr. Rendi Wagner ist eine äußerst nette Person. Aber was noch? Reicht das für eine Parteiführung? Wenn da Führungsqualitäten vorhanden sind, dann sind sie extrem gut versteckt. Wo sind die Anderen? Wenn morgen Neuwahlen wären, wer würde dann welche Ressorts übernehmen? Gibt es da ein Schattenkabinett? Bitte raus aus der Dunkelheit des Vollschattens und auf den Tisch mit den Themen.
    Gute Nacht Sozialdemokratie!

  6. Die Wahl in Kärnten ging für die SPÖ erwartungsgemäß gewaltig in die Hose. Schuld sind aber nicht die fanatischen Impfbefürworter Rendi und Kaiser, sondern der Burgenländer Doskozil. Genau so, wie das Coronavirus daran schuld ist, dass unsere Politiker eine Lockdown- und Test-Orgie veranstalteten und dafür -zig Milliarden Euro verplemperten. Oder genau so, wie der Putin daran schuld ist, dass bei uns der Strom aus Wasserkraft plötzlich ein Vielfaches kostet. Was glaubt man eigentlich, wie lang man die Österreicher noch für dumm verkaufen kann?

  7. Leider ist Kompetenz und Idealismus alleine nicht genug um als Spitzenkandidat herzuhalten.
    Es braucht halt etwas für das dumme Volk, einen rohen authentischen Sozialdemokrat der die Antithese zur aalglatten Opportunisten-Politik der ÖVP darstellt. Ob Doskozil diese Rolle erfüllen kann, wer weiß. Gerade jetzt macht er sich durch sein Verhalten jedenfalls keine Freunde, dauerhaft reingrätschen sich aber nicht zur Verfügung stellen, man könnte meinen er spielt in einem anderen Team.

    • Ich glaube das” dumme Volk” sucht vorallem überzeugend gelebte authentische Sozialdemokratie und keine Partei die ihr Scheitern damit erklärt, weil sie bei der letzten Nagellackverteilung zum falschen Farbton gegriffen haben…..

  8. Ein richtiger und wichtiger Schritt wäre mal sich bei den diskriminierten Menschen zu entschuldigen.
    Mit der derzeitig vorherrschenden autoritären, konservativen und einfallslosen Haltung gewinnt man keinen Blumentopf.
    Kreative und vorausschauende Köpfe sind gefragt. Frau Blaha, Herr Barbler,…

    Die Räuberleiter für die korrupte Regierung zu machen war vlt. auch nicht so schlau.

      • Vielleicht trägt dieser Forist diesen Nick schon länger als sie glauben und hat sich erst jetzt in zackzack eingefunden. Wsl. fragt er sich auch gerade welche kosmopolitische Wende sie da wohl meinen….

  9. Zum ersten, bevor es zu einer personellen Entscheidung kommt, ein neues Konzept, neue Ziele, neue Werte
    dazu eine Zusammenkunft aller bedeutenden Köpfe (inkl Hrn Androsch und Hrn ehem BP H Fischer etc)
    ein neues Profil für mittelfristig, kurzfristig (Teuerungswelle, Ukraine-Krieg, Flüchtlingspoltik, Soziales) und langfristig Betrachtung
    Dann mal Doskozil in seiner Manier die Meinung pfeffern (er nervt mich nur mehr, treibt mir den Blutdruck hoch, wenn ich von ihm lese), und sich von Korruption, die auch bei der SP auftaucht, streng zu distanzieren. Die Postenschacherei in Jahren der Regierungspolitik zieht Spuren.

    nur wer laut schreit hat nicht unbedingt recht, es tauchen wiederholt Meldungen zu Doskozils’Mlobbing-Taktik auf. Das goutiert niemand.

    corona-Poltiik: Entschuldigungen, wie zB Hr Anschober

    zB hab die NEOS – website gelesen, die gut ist, aber von Fr Meinl -Reising unglaublich schlecht inhaltlich transportiert wird, falls sie die website selbst gelesen hat.

    • Entschuldigung, die Tippfehler konnte ich trotz “Bearbeiten” nicht ausbessern, das Programm lässt es nicht zu..

  10. Also wirklich… Was “tun” mit Rendi-Wagner?….

    Das grenzt ja schon fast an einen Gewaltaufruf!

    Muss sagen, dass die Qualität der zackzack – Redaktion noch nie so grottig war wie jetzt.

    Was mich auch stutzig macht, dass die Redaktion hauptsächlich aus ganz ganz extrem jungen Journalist/innen besteht. (Journalist/innen, die wissen was sie tun, waren wohl nicht zu haben für den Job???)

    Wieso haben diese jungen Schreiberlinge keine Ideale, oder Werte? Wie kann man in dem Alter nur so perspektivenlos, abgestumpft und resigniert sein? Wieso glauben die an nichts, außer an das Klingeln in der Kasse?

    Was ist nur los mit denen?

    • Man hat halt gemerkt das ZackZack sonst nicht wachsen kann oder überlebensfähig bleibt, deswegen hat man Stil und Qualität gegen Populismus eingetauscht.

    • Was tun mit Rendi-Wagner? Diese Frage ist berechtigt und stellt sich in jeder Firma bei Mitarbeitern, die nicht können oder nicht wollen. Das grenzt an einen Rücktrittsaufruf. Muss sagen, dass die Qualität der ZackZack-Redaktion noch nie so gut, investigativ und hautnah am Geschehen war. Gilt auch für den Fotografen Hr. Glanzl. Was mich freut ist, dass die Redaktion hauptsächlich aus ganz jungen Talenten der Journalismus-Branche besteht. Sie sind durch politische Netzwerke noch nicht verdorben und in ihrem Enthusiasmus eingeschränkt. Mit diesem jungen Team setzt ZackZack auf Qualität und Ehrgeiz. Thalhammers gibt es genug, davon brauchen wir wirklich nichts mehr. Die ZackZack-Schreiberlinge haben noch Ideale und Werte, sind nicht käuflich, verfügen bereits über einen weiten Horizont und sind nicht so abgestumpft und resigniert wie die Salomons. Sie lassen sich vom Klingeln in der Kasse nicht beeindrucken, ansonsten wären sie beim Kurier oder Profil oder exxpress oder…

    • Also die Stagnation der Sozialisten den jungen Journalisten umzuhängen, ist doch ein wenig von Blindheit geleitet. Das mit dem Ton könnte stimmen, aber das ist nicht der Kern des Problems.
      Derzeit gibt es rund ein Dutzend Ministerien. Wo sind die Sprecher für diese Ressorts? Haben diese „Schatten“ zu ihren Themen nichts zu sagen? Wohin würden sie unser Land führen? Wo würden sie welche Schwerpunkte und Akzente setzen?
      Da liegt ein Ball vor dem leeren Tor und wartet auf einen Schuss, der Transparenz und Antikorruption heißt. Seit vielen, vielen Jahren bewegt sich das Thema in Gerichtsverfahren und Untersuchungsausschüssen für alle deutlich sichtbar, bis zur Überschreitung der Schmerzgrenze. Die Hauptverkehrsader dieses Themenkomplexes ruht jedoch abwechselnd in verschiedenen Schubladen von Beamten und Politikern. Wird hervorragend zugedeckt mit tollen Ausreden. Wo ist die Opposition? Wo ist die SPÖ? Auf welche Barrikaden sind die geklettert? Worauf warten die denn bitte? Ich habe ernsthaft schon darüber nachgedacht, der SPÖ-Parteizentrale eine Steige Pfefferoni zu spenden. Mit einer Gebrauchsanweisung, die ich hier nicht zitieren will.
      Guten Morgen Sozialdemokratie! Wir bräuchten euch dringend.

      • Lieber Canderes, ich würde meinen Ihr berechtigtes Unbehagen ist dem Wirken des faulen und korrupten Systems – Stichwort neue Normalität- geschuldet.

        Es muss dringend heller werden!

      • Nicht mein Problem, wenn sie eine Bashingkampagne nicht erkennen können.

        Aber eh gut, wenn man so leicht abzuspeisen ist, da brauchts keine Qualität. Praktisch.

  11. zitat hans krankl: wißts wos eich föd – ollas, trifft leider weitgehend auf die spö (für mich seit 4 0 jahren das kleinere übelm das immer größer wird), eine obfrau/manndiskussion allei ist zu wenug , freundschaft (nach 35 jahren 2015 meinen mitgliedschaft sistiert)

  12. Meiner Meinung nach hat der Zustand mit der SPÖ nur ganz wenig mit der Frau Rendi Wagner zu tun.
    Aber auch die Äusserungen von Herrn Doskozil, welcher ja seine eigene Wahl bravorös gewonnen hat, hat nicht wirklich eine Wirkung, wie man diese bräuchte, sondern ist eigentlich nur ein weiteres Ablenkungsmanöver nicht endlich das zu tun, was man schon seit Jahrzehten tun müsste:

  13. Kenne einen Musiker bei den Philharmonikern, der spielte jahrelang das erste Horn. Plötzlich wechselte er aus eigenem Antrieb auf das dritte. Die “Warum-Frage” beantwortete ein befreundeter Kollege: Wenn man für sich selbst erkennt, dass eine Führungsposition nach Jahren nicht mit derselben Leichtigkeit und demselben eigenen hohen Anspruch bewältigt wird, ist es eine Form von Respekt den anderen Musikern und dem Publikum, vor allem jedoch sich selbst gegenüber, zurückzutreten. Selbstreinigung ist keine Niederlage sondern Stärke und zeigt, dass man sich auf die Zukunft einstellen kann. Damals hab ich dessen freiwilligen Rückzug noch nicht gänzlich verstanden. Heute muss ich sagen: Hut ab! Auf die Erkenntnis der Selbstreinigung werde ich bei PRW wahrscheinlich bis zum St.Nimmerleinstag der SPÖ warten, denn wer schwach beginnt (lediglich 75 % Zustimmung), dann stark nachlässt und nach wie vor keinen Handlungsbedarf sieht, hat sich von der Realität verabschiedet.

    • Liebe Summa summarum, vom immer mehr um sich greifende Klebeunwesen ist offensichtlich auch PRW befallen. Der Pöbel erkennt eine nicht vorhandene Authentizität solcher Akteure, daher sind auch Wahlerfolge in für Oppositionsparteien günstigen Zeiten nicht zu erwarten. Selbiges haben ebenso “Parteifreunde” erkannt, allerdings verhindert der noch immer ungelöste Richtungsstreit in der (Sozial)(demokratie) klare Verhältnisse und damit einhergehende Stabilität. PRW scheint diese Tatsache egal zu sein, die persönlichen Taschen füllen sich weiter – hinter ihr die Sintflut…

      Es muss auch hier heller werden!

      • Da drängt sich der Bestseller „Das Peter-Prinzip“ bilderbuchartig auf. Nach diesem Prinzip steigt jeder*) soweit auf, bis er den Grad seiner Unfähigkeit erreicht hat.
        *) damals wurde noch nicht gegendert. PRW möge mir verzeihen, das ist nicht Ignoranz, sondern Mitgefühl.

        • Lieber Canderes, noch wird diese schon erkennbare Unfähigkeit mit sehr viel von unserem Pöbelsteuergeld abgefedert…

          Es muss dringend heller werden!

  14. Was tun mit der SPÖ?
    Solange da nur eine realitätsferne vom sozialistischen Wunschdenken geprägte Innenpolitik und eine willenlos dem Mainstream und der EU ausgelieferte Aussenpolitik vorhanden ist – aufs Abstellgleis schieben und hoffen, dass etwas Besseres nachkommt.

  15. Es liegt nicht hauptsächlich an der Führungsspitze. Die SPÖ muss eine etwas strengere Haltung in der Flüchtlings- und Migrationspolitik einnehmen. Eine Aussage wie, wir haben kein Flüchtlingsproblem, ist kontraproduktiv. Der massive Korruptionsverdacht gegen die rechten Parteien interessiert die Wähler/Innen, hauptsächlich im ländlichen Bereich, wenn überhaupt nur sehr marginal., auch wenn dort kein einziger Flüchtling anwesend ist. Die SPÖ hat die Wahl, entweder dritte Kraft im Staat zu werden, oder das dänische Modell zu übernehmen. Die Wählerstimmen die die SPÖ dabei am linken Rand verliert, werden durch wesentliche Zugewinne von der FPÖ weit übertroffen.

  16. Auf alle Fälle sollte die SPÖ nicht auf den rechten Zug aufspringen. Davon abgesehen, halte ich das Wahlergebnis ohnehin für völlig verzerrt solange 1,4 Millionen ÖsterreicherInnen gar nicht wählen dürfen. Während die Bevölkerung wächst werden die Wahlberechtigten immer weniger. Profitieren tun davon ausschließlich die Rechtsparteien FPÖ und ÖVP.

      • Ich bin so eine “Haushaltshilfe” und habe überdurchschnittlich hohe Abgaben zu leisten. Der Staat Österreich profitiert von meiner Person obwohl ich “nur” ein EU-Bürger bin und kein österreichischer Staatsbürger. Auch bin ich in einem österreichischen Sportverband treibende Kraft und sorge auf internationaler Ebene für Erfolg, für Österreich. Mein Nachwuchs ebenso.

        • Wenn Sie in Österreich mitreden wollen, dann lassen Sie sich einbürgern. Ihren Worten folgend, dürften Ihnen die Türen weit offen stehen. Wenn Sie aber Ihrem Heimatland weiterhin eng verbunden sind, dann wählen Sie dort und fühlen Sie sich bei uns als Gast willkommen.

          Vielleicht könnte man aber innerhalb der EU die Regelung einführen, dass für EU-Bürger wahlweise der aktuelle Hauptwohnsitz die Wahlberechtigung mit sich zieht (und am bisherigen Hauptwohnsitz verlustig geht).

          • Darauf sollte es im Idealfall hinauslaufen. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und eine “EU-Bürgerschaft” forcieren. Dieses “Projekt” wird sonst über kurz oder lang ein jähes Ende finden. Die Staaten müssten sich unterordnen. Es ist mir bewusst wie viel “Tagtraum” in meinem Wunsch steckt, jedoch ist die momentane Form unbrauchbar. Entweder Europa oder zurück zu Nationalstaaten, beides wird in Zukunft nicht praktiziert werden können. Jetzt bin ich natürlich sehr vom eigentlichen Thema abgedriftet. Ich kann es nur nicht verstehen, warum der Gesichtspunkt der Herkunft eine dermaßen massive Rolle zu spielen scheint. Ich glaube und hoffe, die Zukunft gehört einer gesamteuropäischen Gesellschaft.

          • Das Unterordnen der Staaten wäre dann sinnvoll, wenn sich die EU nicht den USA unterordnen würde. Und dann wären da noch diverse ideologische Alleingänge der Kommission. Solange immer wieder über den Volkswillen drübergefahren und dementsprechend die Überwachung angezogen wird, ziehe sogar ich den ineffizienten Föderalismus und manchmal sogar den Öxit vor. Leider. Ansonsten wäre ich ein grosser Befürworter der Vereinigten Staaten von Europa.

    • Wenn Sie mit dem rechten Zug die Migrationspolitik ansprechen, dann kann ich Ihnen garantieren, dass die SPÖ dort aufspringen wird.

  17. Zuallererst muss eine Partei die Inhalte klären und dann vertreten. Personen kommen danach zur Besetzung.
    Der Babler und der Muchitsch geffallen mir persönlich ganz gut.
    Wichtig wäre sicher auch, sich für das Mittragen der Menschen verachtenden Coronapolitik zu entschuldigen und Wiedergutmachung anzubieten. Das muss aber aus Überzeugung passieren und von Herzen kommen.
    Das wäre ein wichtiger Schritt um wieder Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

      • Sie meinen ich hatte Spaß 9 Monate nicht arbeiten zu dürfen bzw. im 2-3 Wochen Rhythmus auf neue Entscheidungen zu warten, nicht wirklich, aber ich habe Verständnis für Menschen(Anschober) die Entscheidungen für 9 Millionen Menschen treffen müssen um ein Land stabil zu halten.
        War alles richtig, nein, hatte jemand Erfahrung mit so einer Situation, nein.
        Gab es Krisenpläne für so eine Situation, nein.

        War es ein Fehler zur dieser Zeit eine Blendgranate als Kanzler zu haben, ja.
        Gerade letzteres war das Hauptproblem beim Management in unserem Land.

        In so einem Moment muß man einfach schauen das alle so gut wie möglich durchkommen und entsprechende Leitplanken setzen. Solche Ereignisse sind nicht der Zeitpunkt um seinen Individualismus auszuleben.

        Die Kinder werden das schon hinbekommen, so wie wir die Watschen in der Schule auch verdaut haben. Hoffentlich lernen sie etwas daraus, denn beim nächsten Virus werden vielleicht diese Kinder in der Verantwortung stehen.

      • Der ganz sicher nicht. Aber er wird hier von Pilz favorisiert. Ein ähnlicher Post wurde schnell wegzensiert.

  18. Wieso redet man nicht drüber, was Kaiser verbockt hat????

    Sich vor den Wahlen an der Führungsdebatte zu beteiligen hat sich nicht unbedingt als erfolgreich erwiesen.

    • Der Kardinalfehler des Kaisers bleibt seine offensive und befürwortende Haltung während der Pandemie. Generell wäre die SPÖ gut beraten gewesen, weniger plakativ die teilweise absurden Maßnahmen zu unterstützen.

      • Ich bewundere die Steuermänner der Vergangenheit!
        Da hat es eine Pandemie gegeben.
        Da hat es volle Intensivstationen gegeben.
        Da hat es viel Leichen gegeben.
        Das alles hätte man tatenlos ignorieren können.
        Dünnere Särge wegen der Abholzung?
        Spitalsbetten auf die Straße?
        Rosskuren mit Pferdemedizin?
        Wer braucht schon Sicherheit?
        Ausdünnung der älteren Generation hätte eine Entlastung unseres Pensionssystems gebracht. Erben, bevor eine Erbschaftssteuer kommt?
        Wir hätten den Vorsichtsmaßnahmen was husten sollen?
        Wofür entschuldigen?
        Wie groß wäre die Katastrophe ohne Maßnahmen geworden?
        Nachher schlau schwätzen ist einfach. Aber haben die Schwätzer recht?

        • Sie haben auch nach drei Jahren noch nicht begriffen, was an der Geschichte wahr ist und was Fake-Narrative sind oder waren. Lernunfähig oder lernunwillig?

        • Mit etwas menschlicheren und moderateren Maßnahmen – so groß wie in Schweden oder der Schweiz …

          Also um einiges besser als im Operettenstaat.

  19. Was “tun” mit Rendi-Wagner????

    Sie ist keine Sache und kein Ding, mit dem man etwas “tut”…. Sie ist Bundesparteivorsitzende der SPÖ….. Unfassbar!

  20. egal warum die situation jetzt so ist wie sie ist – die spö hat gar keine andere chance mehr als die führungsposition neu zu besetzen.

    wobei das nur das äussere zeichen für eine inhaltliche neuaufstellung sein kann.
    diese neuausrichtung muss durch die neue führungsperson glaubwürdig präsentiert werden.

    die frage ist für mich – was zuerst
    die positionen deklarieren und die passende “figur” finden
    oder
    den inhalt der/dem neuen parteivorsitzenden auf den leib schneidern.

  21. Nicht jetzt,
    Aber Ersatz vor den Neuwahlen ist unumgänglich;
    Arbeitslosigkeit sinkt,
    Blutininflation sinkt & wer aus Russland/Ukraine wegwollte/musste ist bereits weg.
    Mit Dosko gegen blaunschwürkies antreten?
    Wer will die Kopie?
    Nur mit Sozialpolitik kann die SP gewinnen, also notgedrungen mit pink&grün-die beiden anderen Optionen wären der endgültige Untergang!

    • Die Sache hat nur einen Haken. Österreich wählt, ausgenommen der Kreisky Ära. rechte und konservative Parteien. Und nur wenn die SPÖ verlorene Stimmen von der FPÖ zurückholen kann, wird es eventuell für das Kanzleramt reichen.

      • Ich werd´mich doch nicht freiwillig mit Tollwut infizieren, wenn ich die Symptome von Tollwut zutiefst verabscheue. Da müsste ich ja total vertrottelt sein.

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