Samstag, Februar 24, 2024

“Abzocken, bis es nicht mehr geht” – Tiroler AK-Chef wütet gegen Regierung

Der Tiroler AK-Chef Erwin Zangerl warnt in harten Worten vor unabsehbaren Folgen durch die Teuerung. Diese habe sich unter Regie der österreichischen Regierung zu einer “Gierflation” entwickelt.

Innsbruck/Wien | Tirols schwarzer Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl hat am Dienstag deutliche Kritik an der Bundesregierung in Sachen Teuerungs-Management geübt. Im Zuge der Corona- und Antiteuerungshilfen sei die Inflation stark angestiegen und habe sich zur “Gierflation, einer profitgetriebenen Inflation” entwickelt. “Abzocken, bis es nicht mehr geht, das ist der österreichische Weg, der von der Bundespolitik offensichtlich mitgetragen wird”, fand Zangerl scharfe Worte.

“Nicht noch mehr Profite”

“Die Politik ist nicht dazu da, um Energie-, Immobilien- und Lebensmittelkonzernen permanent unter die Arme zu greifen und ihnen zu noch mehr Profiten zu verhelfen, sondern sie hat dafür zu sorgen, dass sich die Bevölkerung gerade grundlegende Bedürfnisse leisten kann”, sagte der AK-Chef in einer Aussendung. Manche Unternehmen würden die Teuerung nutzen, um ohne jeden Zwang ihre Preise zu erhöhen und um zusätzliche Gewinne zu machen.”Der freie Markt zeigt jetzt, wozu er im Stande ist, nämlich um Waren und Dienstleistungen künstlich teuer zu halten. Preissenkungen werden kaum an die Kundinnen und Kunden weitergegeben, die Preise werden hochgehalten, die Bundesregierung muss jetzt endlich handeln und dem Einhalt gebieten”, meinte Zangerl.

“Kriegsgewinnlereien stoppen”

Die Politik müsse nun “in einem ordentlichen Maß” eingreifen, “und nicht nur zur psychologischen Beruhigung”. Daher forderte er die “Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auf, die Preistreibereien und Kriegsgewinnlereien zu stoppen und die Preise zumindest auf Energie und Grundnahrungsmittel zu regulieren, bevor die Inflation völlig entgleist und über Monate, wenn nicht Jahre hochbleiben wird”. Sollte nicht eingegriffen werden, “werden die sozialen und volkswirtschaftlichen Schäden enorm sein”, meinte er.

apa | Titelbild: EXPA / APA / picturedesk.com

Anja Melzer
Anja Melzer
Hält sich für die österreichischste Piefke der Welt, redet gerne, sehr viel und vor allem sehr schnell, hegt eine Vorliebe für Mord(s)themen. Stellvertretende Chefredakteurin. Sie twittert unter @mauerfallkind.
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22 Kommentare

  1. Viel zu spät aber wenigstens sehr deutlich!!! Warum sich tatsächlich niemand – auch wir Wähler*innen nicht – gegen diesen offensichtlichen Raub an Steuergeld zugunsten der Gewinner des Kapitalismus zur Wehr setzen können …. weiß ich auch nicht. Ich bin ganz bestimmt kein “Linker” und würde gerne eine menschlich-korrekte “Mitte” in Österreich haben. Zur Zeit aber muss man so weit links wählen wie nur irgendwie möglich. Ansonsten werden wir uns bald in einer “braunen Götzendämmerung” wiederfinden.

  2. Mehr kosten = mehr steuer = mehr Spensenkassa Zuschüsse = mehr arme Bauern (Schachbrett)

    • Aber wenigstens hat dieser seine Chance nun genutzt, denn die SPÖdler schlafen noch immer tief und fest weiter… – wahrscheinlich wachen sie erst nach der Salzburg Wahl zu diesem Thema auf?

  3. Land der Mikln, Land(der)Bauern
    Land der Schickln, selten Schlauen
    Land der Wiesen, Wälder, Kuppen
    ahnungslosen Quotenpuppen
    Heimat bist du großer Töne
    Volk begnadet für das Schöne
    vielgeprüftes Österreich
    warum geht’s nicht ohne euch?
    rechtsverdrehten Volksveroaschern
    gekauften Medien, Meinungsfoaschern
    bis ins Mark verlogen wird regiert
    (nicht nur Steirer:innen gram geniert)
    Schwurbler, Schwätzer, Dilettanten
    Hetzer, die zur Macht uns fanden
    Faschos, Ultrarechte in der Mitte
    ja, was soll der ganze Schwachsinn bitte?
    Gierflation, weil’s Blackrock freut
    russenfreundlich Angst gestreut
    gibt’s denn wirklich nichts zu tun
    nur als Wut zu säen opportun?

    ©AntonYm

    • Wie ist das möglich da ja die Grünen im Bund, Vorarlberg und Salzburg mitregieren und die Sozis Wien, das Bugenland und Kärnten unter sich haben.
      Ich kann da keine Faschos und Ultrarechte erkennen oder sind die genannten Parteien etwa solche?
      Zudem hat NÖ dem Rest von Österreich überhaupt nichts zu sagen.

      • Wissen’S woran mich Ihr Statement erinnert?

        -> Genau an diesen einen Biologie-Studenten, dem eine Übung zwecks Verhaltensstudie aufgetragen wurde. Nämlich die Reaktion von Fröschen wissenschaftlich aufzubereiten, denen die Beine amputiert wurden. Was glauben’S, was der in seinem Befund am Ende niederschrieb? “Frösche verlieren offenbar die Lust auf vererbtes Sprungverhalten in eingeschränkter Bewegungsfreiheit…”

        • Mich erinnert Ihre Argumentation an die letzte “große Regierung”, bei der jeweils die eine Partei der anderen die Schuld daran gab, dass kein Sprungverhalten möglich war aus genau dem von Ihnen beschriebenem Grund.
          Wenn im vornherein bewusst ist dass es nichts wird, darf auch keine Regierungsverantwortung übernommen werden. Ganz einfach.
          Verhindern ist kein Programm wie bei den Grünen nun gut ersichtlich ist.
          Bloß Schaden mitfabrizieren und sich dann auf die nicht vorhandene Größe des Stimmenanteils rauszureden spielt sich schon lange nicht mehr.

      • Der Lugwig und der Hacker sind als oberste Chefs der Energieunternehmen hier an erster Stelle verantwortlich.
        Aber ihrer Wähler sind entweder als Parteimitglieder schon ausgetreten, oder wählen zwischenzeitlich blau, oder sind eben nur blöd?

    • Die Frage ist berechtigt, ja!
      Schau an den Kogler, nur blabla…
      Der Maurer Gusti fällt nichts ein,
      nur “Die Koalition muss sein.”
      Habt ihr noch Tassen in dem Schrank?
      Diese Regierung macht uns krank!

      • “Kunst ist, wenn man’s nicht kann, denn wenn man’s kann, ist’s keine Kunst.” © J.N.E.A. Nestroy -> liest sich jetzt möglicherweise etwas verwinkelt um’s Eck gedacht, ist es wahrscheinlich auch… 😉

    • Die Fr. Anderl ist in der Sache schon lange bei der Regierung vorstellig ,die braucht sich nicht nur fünf Minuten aufblasen wie der Zangerl.

  4. Guten Morgen Hr. Zangerl auch schon munter,
    seit einem Jahr haben wir die Situation.
    Falls es für sie überhaupt von Interesse ist.

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