Mittwoch, Juni 19, 2024

Mahrer beklagt “Rassismuskeule” und wird von Kurz-Spezi beraten

Das Brunnenmarkt-Video von ÖVP-Wien-Chef Karl Mahrer zieht weiter seine Kreise. Der plötzliche Kommunikationswechsel des einst so ruhigen Volksparteiler, sorgt auch wegen seines neuen Beraters für Aufsehen.

Wien | Für ordentlich Wirbel sorgte der ÖVP Wien-Obmann Karl Mahrer mit seinem Brunnenmarkt-Video vergangene Woche. Mahrer hatte moniert, dass der bekannte Wiener Straßenmarkt in Wien Ottakring von „Syrern, Afghanen und Arabern“ in den vergangenen Jahren „übernommen“ worden sei.

Mahrer holt erneut aus: Gegen “multikulti” und Falafel

Für sein Video erntete Mahrer in den sozialen Netzwerken Spott. Sogar das bekannte Satire-Portal „Die Tagespresse“ nahm den ÖVP-Mann für seine Aktion auf die Schaufel und druckte T-Shirts mit dem Slogan „I survived Brunnenmarkt“. Auch ein eigener “Frontbericht” vom Brunnenmarkt wurde Mahrer gewidmet.

Ganz besonders empört scheint Mahrer allerdings aufgrund der Kritik von “Falter”-Chefredakteur Florian Klenk. Der hatte Mahrer einen “Rassisten” genannt, was dem ÖVP-Mann gar nicht schmeckte. In einer Aussendung beklagte sich Mahrer, dass er sich „nicht durch das Schwingen der Rassismuskeule mundtot schlagen“ lasse. Egal, ob es der „linken Meinungselite gefällt oder nicht“.

Ebenso beklagte er, dass die politischen Mitbewerber seinen einminütigen Spot gegen den Brunnenmarkt nicht so toll fanden: „Auch Politiker der Wiener SPÖ, NEOS und Grüne rücken aus und erklären: Probleme? Gibt es hier nicht – der Brunnenmarkt ist das Beste, was Wien überhaupt zu bieten hat. Man überschlägt sich förmlich in Bekundungen wie großartig ‚multikulti‘, die Falafel und das Brunnenviertel sind.“ Generell sieht sich Mahrer „bewusst falsch interpretiert“.

Kurz-Mastermind berät nun Mahrer

Dass der ÖVP Wien-Chef nun deutlich härtere Töne als noch vor ein paar Monaten anschlägt, könnte mit einem Berater-Wechsel zu tun haben. Denn Mahrer hat sich Verstärkung aus dem Kurz-Umfeld geholt. Laut „Kurier“ soll er nun von Ex-Kurz-Intimus Stefan Steiner beraten werden. Steiner soll seit drei Wochen einen Vertrag als externer Berater mit der Partei haben. Die ÖVP meint gegenüber der Tageszeitung, dass Steiner „einer der erfahrensten Leute in der ÖVP“ sei und es, „unklug” sei, “das Know-how nicht zu nutzen“. Im Gegensatz zur Rückkehr des Ex-Kurz-Kommunikationschefs Gerald Fleischmann, der seit vergangenem Jahr die Kommunikation der Bundes-ÖVP leitet, versuchte man die Rückkehr Steiners nicht breit zu kommunizieren.

Laut ÖVP soll Steiner allerdings nichts mit dem Brunnenmarkt-Video zu tun gehabt haben. Viel eher soll Steiner interne Streitereien aufgrund von Mahrers Auftritten ausbügeln. Denn der härtere Kurs des Blümel-Nachfolgers in Wien gefällt nicht allen in der Hauptstadt-ÖVP. Mahrer würde seine Themen nicht glaubwürdig besetzen, so der Ton aus der Landespartei. Gerade in Bezug auf die FPÖ erkenne man bei Mahrer keine klare Linie. Vom Kurier wird aus der Partei zitiert: „Einmal kritisiert er sie für rechte Rhetorik, das nächste Mal überholen wir die Blauen rechts.“

Titelbild: EVA MANHART / APA / picturedesk.com

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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