Freitag, April 12, 2024

SPÖ: Wer auf wessen Seite steht

Ob es nun bei den drei prominenten Kandidaten – Rendi-Wagner, Doskozil und Babler – bleibt oder noch ein paar Außenseiter hinzukommen, die Fronten bei der SPÖ-Mitgliederbefragung werden klarer.

Wien | Sowohl Pamela Rendi-Wagner als auch Hans Peter Doskozil und Andreas Babler konnten in den vergangenen Tagen mehr oder weniger bekannte Unterstützer lukrieren. Die Amtsinhaberin wird stark vom Establishment und den Frauen gestützt, die beiden anderen Bewerber ringen darum, als Kandidaten der Basis wahrgenommen zu werden.

Rendi-Wagner: Frauen und prominente SPÖ-Granden

Das Team um Rendi-Wagner spielt ganz eindeutig den Frauen-Joker. Die Vorgabe der 30 Unterstützungserklärungen wurde mit 100 weiblichen Mitgliedern übererfüllt. Zwar wurde betont, dass hier Sympathien aus allen Bereichen der weiblichen Sozialdemokratie bekundet werden, doch sticht die hohe Zahl prominenter Frauen hervor. Dazu zählen mit u.a. der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures Vertreterinnen Wiens, etwa mit Eva Maria Holzleitner Repräsentantinnen der Frauenorganisation und mit AK-Präsidentin Renate Anderl politische Schwergewichte aus der Gewerkschaft.

Dazu kommen noch Parteilegenden wie die frühere Siemens-Chefin und Staatssekretärin Brigitte Ederer und Ex-Ministerin Hilde Hawlicek sowie Margit Fischer, Frau des ehemaligen Bundespräsidenten. Insgesamt finden sich unter den Unterstützerinnen sieben weibliche Abgeordnete aus dem Nationalratsklub, der 18 Frauen umfasst.

Doskozil: Abgeordneten, Cap und vielleicht Kern

Doch auch Doskozil hat in der Fraktion seine Anhänger. Das beginnt fast schon selbstverständlich mit den beiden burgenländischen Abgeordneten Maximilian Köllner und Christian Drobits. Dazu haben sich die Niederösterreicherinnen Petra Tanzler und Melanie Erasim als Unterstützerinnen geoutet. Zuletzt gesellte sich der ehemalige Bundesgeschäftsführer Max Lercher hinzu, dem im Fall eines Doskozil-Siegs in der Partei vermutlich eine wichtigere Rolle zufallen wird.

Altkanzler Christian Kern hat sich zwar nicht deklariert, diverse Aussagen in Interviews lassen aber vermuten, dass er sich im burgenländischen Boot befindet. Doskozil kann sich auch über weitere ehemalige Parteigranden in seinem Lager freuen. Besonders hervorgetan hat sich Ex-Innenminister Karl Schlögl. Aber auch der langjährige Klubchef Josef Cap äußerte Sympathien für den Landeshauptmann. Noch eindeutiger positionierten sich für ihn einige Bürgermeister aus größeren steirischen Städten wie Leoben und Knittelfeld. Landesorganisationen, die Doskozil nahe stehen, sich öffentlich aber zurücknehmen, sind Niederösterreich und Salzburg.

Babler: Mann der Basis

Dies versteht man vor allem bei den Niederösterreichern, ist doch auch ein Kandidat aus ihrem Bundesland mitten im Rennen. Der Traiskirchener Bürgermeister Babler wurde stets als Mann der Basis verkauft und verkauft sich nun in eigener Sache auch als solcher. Insofern schielt er gar nicht so sehr auf prominente Unterstützer. Einer kam dann am Wochenende von sich aus mit dem Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch. Freilich hat Babler durch seine Vorarlberger Frau ohnehin engere Bände ins Ländle. Das ändert freilich nichts daran, dass die dortige Landesvorsitzende Gabriele Sprickler-Falschlunger Rendi-Wagner unterstützt. Der einzige Vorarlberger Nationalratsabgeordnete Reinhold Einwallner wiederum meint, dass sich etwas in der Spitze ändern müsse, sagt aber nicht was.

Fans hat der Traiskirchener Bürgermeister auch in Wien, war eine Veranstaltung der Ottakringer Sozialdemokraten mit ihm zuletzt doch überlaufen. Wohl nicht zufällig auf Instagram gepostet wurde ein Traiskirchen-Besuch aus dem Burgenland, von der Ortspartei Hirm, die Delegation angeführt von der früheren Bundesratspräsidentin Inge Posch-Gruska, die freilich per Erklärung Rendi-Wagner unterstützte.

Als Babler seine Kandidatur ankündigte, gab es auch “Gefällt mir”-Angaben von der Nationalratsabgeordneten Julia Herr und von der Innsbrucker Stadträtin Elisabeth Mayr, aber auch von Wiens Stadtrat Jürgen Czernohorszky. Das sind zwar keine öffentlichen Unterstützungserklärungen, aber immerhin Sympathie-Bekundungen. Einer stellte sich ganz offen hinter den Bürgermeister, nämlich der Innsbrucker Stadtparteiobmann Benjamin Plach.

Insgesamt herrscht aber in der Partei viel Zurückhaltung sich zu outen – entsprechende Bekenntnisse könnten sich ja im Fall einer Niederlage des eigenen Favoriten strategisch als ungünstig erweisen. Dennoch wird wohl der ein oder andere noch sein Stimmverhalten kundtun, je näher die Befragung rückt.

Titelbild: APA / picturedesk.com

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20 Kommentare

  1. Hätte einen grünen Wahlslogan für Babler: (damit fetzt er den Kogler weg)
    “Mit einer Wärmepumpe schützen Sie nicht nur sich und Ihre Grosseltern, sondern auch die Energiesicherheit anderer, die noch keine Wärmepumpe haben können.”

    • So und da Ostern kommt, verabschiede ich mich wieder- muss Schlauchboot für Delphintour am Freitag vorbereiten……Frohe Ostern und Innen!

  2. Wenn samui wüsste, dass die Polizeipferde in Europa überwiegend von Frauen beritten werden, wäre er sofort für Pferderln…..des bösen Kickls (natürlich nur unter Innenministerin Pamela)

  3. Kann mir samui einen Staat nennen wo es keine Polizeieinsatzeinheiten gibt?
    Und wo es keine Pferderln gibt?
    (sogar in San Marino gibt es die- und Vatikanstaat hat keine Pferderl aber eine Einsatzgruppe haben sogar die im Vatikan)

  4. Freue mich auf die Auftritte mit Kern und Dosko (Kern im Slim Fit) und Kern braucht minimum 2 Stunden Vorlaufzeit um sich schön zu machen (der ist sehr an der Basis)

  5. Kern wäre super- sobald er zu verlieren beginnt macht er einen Abgang und Putsch! Slava SPÖ!

  6. Bitte den Babler, was besseres kann der FPÖ kann nicht passieren
    Sind die Roten wirklich so naiv/dumm???Unglaublich eigentlich

  7. Das letzte Aufgebot. Jetzt gibts zunächst die finale Abreibung der Wähler, und sollte wie schon gemunkelt auch noch Kern als Dosko-Gehilfe auftauchen, wirds richtig spannend. Dann werden sich die Roten mit den DabeiInnen und Schweinchen-Rosaroten um den letzten Platz matchen. Die Bürgerlichen können sich entspannt zurücklehnen…..

    • Ich weiß, Du wünscht Dir sooo sehr einen Kanzler Kickl…mit Pferderln…mit Einsatzgruppen…..
      Ich sag Dir was: Das wird nix. Zu unfähig ist Deine FPÖ. Die können das nicht. Habens noch nie gekonnt. Nicht einmal unter der rechten Holzpuppe durftet ihr weitermachen. Selbst der unfähige Bub hat eure Nichtkompetenz erkannt😃

  8. Irgendwie wärs einfach super, wenn man sich wieder mehr auf die Inhalte statt auf irgend eine Person konzentrieren würde.

    • Welche politische Partei hätte den Mut oder die Schnapsidee statt einer ansprechenden Person (oder besser Persönlichkeit) interessante Inhalte zu präsentieren und kandidieren zu lassen?
      Wir leben in einer Konsumwelt, in der die Verpackung oft wichtiger als der Inhalt der Produkte zu sein scheint.

  9. Ja, das nennt man eine überrannte Veranstaltung des Herrn Babler (Massen kamen nach Ottakring)
    Der kleine “Rote Bogen”, ein SPÖ-Treffpunkt in den Ottakringer Gürtelbögen, war gerappelt voll, als Babler kurz nach 19 Uhr eintraf. Vor dem Eingang bildete sich eine Menschentraube, drinnen war zu wenig Platz. Babler sprach von “hunderten Besuchern”, geschätzt waren es 150. (Wiener Zeitung)

  10. Ich fühle mich beleidigt das Lindner mich mit dieser Entschuldigungs- Schwurbelei als dumm ansieht! Und wann kommen die anderen Entschuldigungs- Schwurbeleien von den anderen SPÖlerinnen.

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