Dienstag, Juni 25, 2024

Kern und Mitterlehner: “2017er-Wahl wurde manipuliert ohne Ende”

Spannende Einblicke gaben der Ex-Kanzler Kern (SPÖ) und der ehemalige Vizekanzler Mitterlehner (ÖVP) angesichts der Causa Dichand. Die Wahl 2017 sei ohne Ende „manipuliert“ worden, gaben die beiden gegenüber der “Tiroler Tageszeitung” an.

Wien | Die Causa Dichand, die nach der Hausdurchsuchung bei der Tageszeitung „heute“ aufkam, sorgt seit Tagen für Schlagzeilen. Nun äußerten sich Ex-Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Ex-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP). Während ihrer Amtszeit seien sie ebenso vom Ehepaar Dichand, also Eva Dichand, der Herausgeberin der Tageszeitung „heute“, und Christoph Dichand, dem Herausgeber der „Kronen Zeitung“, kontaktiert worden.

Dichands wurden “vorstellig”

Mitterlehner nannte einen Grund für den Dichand-Besuch: “Sie wollten sicherstellen, dass wir nicht in Sachen Vermögenssteuer Änderungen planen.” Auch bei Kern wurden die Dichands angeblich „vorstellig“, unter anderem wegen der Erbschaftsteuer. Kern soll allerdings erwidert haben: “Wir als Sozialdemokraten machten klar, dass wir an der Forderung der Erbschaftssteuer festhalten werden.”

Ebenso ein Punkt, den die beiden offenlegten: Kern und Mitterlehner wollten Regierungsinserate neu regeln. So hätten sie verhindern können, dass Minister „ihre eigene Agenda verfolgen“ können. Allerdings seien sie von Finanzminister Hans-Jörg Schelling, Sebastian Kurz und Wolfgang Sobotka (alle ÖVP) ausgebremst worden. „Wir hatten damals schon den Verdacht warum, heute wissen wir es”, so der ehemalige Bundeskanzler.

Kampagne gegen Kern

Kern und Mitterlehner nahmen gegenüber der “Tiroler Tageszeitung” kein Blatt vor den Mund. Mitterlehner ortete angesichts der Vorwürfe gegen Sebastian Kurz und sein nahestes Umfeld in der Inseratencausa eine „gekaufte und erkaufte Politik“. Kern formuliert sogar noch härter: „Die 2017er-Wahl wurde manipuliert ohne Ende“. Er habe im Wahlkampf gespürt, wie gegen ihn medialer Druck aufgebaut wurde, “allen voran war dabei ‘Österreich’ und die ‘Kronen Zeitung'”. Auf seinem Rücken sei regelrecht eine „Kampagne geführt“ worden.

Titelbild: HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com

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