Freitag, Februar 23, 2024

„Gabalier-Fleischlaberl“ – Fake-FPÖ-Briefe zu Wirthausprämie im Umlauf

Gabalier-Fleischlaberl oder Andreas-Hofer-Schnitzel? Niederösterreichische Gastwirtschaften werden derzeit von einem Fake-Schreiben heimgesucht. Die FPÖ überlegen eine Anzeige, da kuriose Briefe mit Speisekarten-Tipps im Namen der Blauen versandt werden.

Wien/ St.Pölten | Viel Wirbel herrschte nach dem Überarbeitsübereinkommen von ÖVP und FPÖ in Niederösterreich. Einer der kritisierten Punkte des Programms war auch die sogenannte Wirthausprämie. Der “Kurier” berichtete am Dienstag von einem kuriosen Brief, der zu diesem Thema derzeit in niederösterreichischen Gasthäusern im Umlauf sein soll.

“Mittelrohe Fleischschnitte statt medium-rare Steak”

Dabei handelt es sich um ein angebliches FPÖ-Schreiben zu Tipps, wie man die Wirtshausprämie erhält. Etwa: Man “spricht Deutsch“ und soll auf „ausländische Begriffe wie Codon Bleu, Ragout oder Palatschinken“ verzichten. Statt einem medium-rare Steak soll man stattdessen „mittelrohe Fleischschnitte“ anbieten. Zweiter Ratschlag: Eine Panierquote. Sowie: Eine „rot-weiß-rote Kinderkarte“ mit „Andreas-Hofer-Schnitzel“ oder „Gabalier-Fleischlaberl“. „Heimatverbundene Erziehung beginnt bei den Kleinsten. Auf Ihrer Kinderkarte finden sich eine Pinocchio-Pasta oder Arielle-Fischstäbchen? Probieren Sie es doch mal mit dem Andreas-Hofer-Schnitzel oder dem Gabalier-Fleischlaberl.“

Zudem wird im Brief vor nicht-österreichischem Essen gewarnt: „Einerseits von den ins Land strömenden fremden Kulturen, die etwa Kebab oder Gyros salonfähig machen. Andererseits aber auch von immer mehr werdenden Wienern, die sich als Zweitwohnsitzer im unserem schönen Bundesland ansiedeln und die Nachfrage nach anglikanischen Trend’Speisen’ wie Tofu erhöhen.”

FPÖ überlegt Anzeige

Die FPÖ überlegt nun eine Anzeige wegen der Wirtshauspost, die ein Gastronom aus dem Bezirk Lilienfeld dem „Kurier“ zusandte. Auf dem Schreiben sei das Logo der FPÖ Niederösterreich missbräuchlich verwendet worden. “Zudem stellt sich die Frage, woher der Absender bestimmte Daten bekommen hat. Das sind schon echte Silberstein-Methoden”, wird FPÖ-Sprecher Alexander Murlasits zitiert.

Titelbild: HANS PUNZ / APA / picturedesk.com / Pixabay / Montage

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97 Kommentare

    • Ich finds auch schade, dass Fleischlaberl mit Erdäpfelpürree in kaum einem Gasthaus zu kriegen ist. Eine Semmel konnte man sich immer dazubestellen. Stattdessen gibts Burger mit Pommes. Das kommt ziemlich auf das selbe raus, von den Zutaten her, aber die Burger-Kombi hat alles geschlagen, weil es leichter (ein gutes Pürree ist zeitaufwändig und wegen der Butter teurer) und damit billiger hinzukriegen ist.

      Regelt es jetzt auf einmal nicht mehr der Markt?

  1. Auszug aus der Speisekarte des “kackbraunen Hirschs” zu Waidhofen a. d. Thaya zu Zeiten als der Wald noch im Häusl war:
    Gordon Pröll
    Pom Fritzl
    Wald-Heisl-bowle
    Polizeipferdegulasch
    Einzelfallafel
    Unschuldslammeintopf
    Kapfenberger Nockerln
    Ibiza Cocktail
    Stracheteller

  2. Manche “Wirte” würden an Ansehen bedeutend verlieren, wenn jene ihre Speisekarten (auch das blutigste Blatt, das man verfasst, zumindest bei sogenannter traditioneller österreichischer “Hausmannskost”), deutschsprachig niederschreiben wollten. Speisekarten demaskieren ohnehin jede Gesellschaft. Hic locus est, ubi mors gaudet succurrere vitae, wäre der ideale Spruch für diverse Leichenteilezubereitungsgaststätten. Vegan ist die Alternative und würde so Manchen gut zu Gesicht stehen. Der Körper und die Umwelt wären dementsprechend erfreut. Aber vermutlich wäre das der FPÖ zu “fremdländisch”.

  3. Wenn normale Worte nicht reichen um die Dummheit von solchen Aktionen/Förderungen zu zeigen, dann muß man eben zu Mitteln greifen die es auch dem Dümmsten vor Augen führen.
    Interessant das man dann gleich klagen will, weil einer die Dummheit für alle verständlich dargestellt hat.

  4. Zuerst könnte man ja glauben dass dies ein halblustiger Fakebrief ist. Doch anhand der Warnungen vor ausländischem und veganen Essen ist man sich da gleich nicht mehr so sicher. Und manchmal ist der blutige Ernst von den freiheitlichen “Genies” oft noch viel absurder als die überzogenste Satire. Am lustigsten jedoch ist dass der Anzeiger anscheinend voll davon überzeugt ist dass “die Daten” authentisch sind. Oder besser gesagt zu berechtigt um Solches abzustreiten 😬

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