Dienstag, Juli 23, 2024

Unsterblich Episode 1:  Ewig Leben, aber nicht hier auf der Erde!

Unsere Zeit auf der Erde geht zu Ende. Können wir auswandern?

Gleich vorweg; wenn wir ewig leben wollen, müssen wir auswandern. Unser Planet wird in 500 Millionen Jahren so heiß sein, dass kein biologisches Leben wie wir es derzeit kennen mehr möglich sein wird. Die Sonne wird expandieren und die Temperaturen werden dermaßen steigen, dass die biochemischen Reaktionen, die unser Leben braucht, nicht mehr möglich sein werden.

Unser Planet ist vor 4,5 Milliarden Jahren entstanden und erst vor 3,5 Milliarden Jahren haben Bedingungen geherrscht, die Leben ermöglichten. In einer halben Milliarde Jahren wird es wieder vorbei sein. Das sagen uns die Astronomen. Von den 4 Milliarden Jahren, in denen Leben auf der Erde gewesen sein wird, sind 3,5 schon vorbei.

Ein Achtel vor uns

7/8 des biologischen Zeitalters sind bereits abgelaufen. Das klingt jetzt etwas bedrohlich, aber wenn man bedenkt, dass es den homo sapiens wie wir es sind, erst seit circa 100.000 Jahren gibt, können wir ganz entspannt sein. Die Erwärmung der Erde auf über 100° Celsius wird nicht der Grund dafür sein, dass wir aussterben. Falls wir es bis dorthin schaffen, uns nicht auszurotten, müssen wir uns anstrengen. In vielerlei Hinsicht. Das bedeutet, dass wenn wir ewig leben wollen, wir uns ins All aufmachen müssen, um einen neuen Planeten zu finden.

Das könnte gelingen, denn wir haben ja noch viel Zeit und die Wissenschaften schreiten in ihrer Entwicklung meist schneller voran, als wir uns das vorstellen können. Und es gibt ja anscheinend über 300 Millionen Planeten, die ähnliche Bedingungen anbieten wie unsere Erde. 

Raumschiff oder Chip

Was wir tun müssen, ist ein Raumschiff zu bauen, das tausende Jahre im All herumirren kann, bis ein neuer erdenähnlicher Planet gefunden wird. Alternativ können wir eine Raumstation bauen und dort leben. Dann brauchen wir sehr viele Embryonen und Roboter, die diese Embryonen züchten und aufziehen.

Wir könnten auch unser Bewusstsein in eine neue anorganische Form, die hohe Temperaturen aushält, transferieren. Dann sind nur mehr unsere „Ichs“ (was immer das auch ist) auf einem Chip und wir existieren einfach virtuell weiter für die Ewigkeit. Die Ewigkeit ist aber auch endlich, denn die Existenz des Universums wird auf 1080 bis 1090 Jahre berechnet. Das ist eine 1 mit 80 bis 90 Nullen. Dann ist auch das Universum vorbei.

Solange wir mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 80 Jahren leben, können wir sicher sein, dass uns diese Fragen nicht persönlich betreffen. Aber wenn das Altern technisch überwunden ist, ändert sich auch das. Dann geht es auch in ferner Zukunft um uns selbst.

Nächsten Samstag: Episode 2: Warum altern wir?

Titelbild: Othmar Wicke / ZackZack

Autor

  • Renée Schroeder

    Renée Schroeder ist eine der führenden Biochemikerinnen Europas. Als Wittgenstein-Preisträgerin lehrte sie an der Universität Wien. Heute lebt sie auf dem Salzburger Leierhof und beschäftigt sich mit wilden Kräutern, die sie verarbeitet. Für ZackZack beschreibt sie die ebenso folgenreichen wie weitgehend unbekannten Entwicklungen der technischen Eingriffe in die Grundlagen unseres Lebens - bis hin zur Abschaffung des Alterns.

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