Montag, März 4, 2024

Massaker für die Börse

Ein bislang unbekannter Börsenspekulant verdiente durch das Massaker der Hamas in Israel Millionen. Eine Untersuchung der Finanzmärkte deutet darauf hin, dass die Terrororganisation selbst dahinterstecken könnte.

Der blutige Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober traf die israelische Sicherheitspolitik unerwartet schwer. Die Sicherheitskräfte in Israel schienen einen Angriff solchen Ausmaßes nicht erwartet zu haben – ganz im Gegenteil zu einem mysteriösen Profiteur auf den internationalen Finanzmärkten. Dieser wettete fünf Tage zuvor massiv gegen die israelische Wirtschaft und verdiente damit Millionen. Der Verdacht liegt nahe, dass die Hamas selbst dahintersteckt.

Spekulation mit Kalaschnikow

In einem Artikel des “Social Science Research Network“, auf die sich ein Bericht der israelischen Zeitung „Hareetz“ bezog, schrieben Robert J. Jackson und Joshua Mitts, beide bestens mit Finanztransaktionen vertraut: „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Händler, die über die bevorstehenden Anschläge informiert waren, von diesen tragischen Ereignissen profitierten”.

Die Händler borgten sich Anteile des Fonds EIS, der den Wert von wichtigen israelischen Unternehmen der Tel Aviver Börse abbildet, aus. Dann verkauften sie diese. Nachdem der Wert in einigen Wochen um 24,6 Prozent gesunken war, kauften sie die Anteile wieder zurück und steckten die Differenz in die eigene Tasche.

Jackson und sein Team fanden deutliche Hinweise, dass Anfang Oktober eine unbekannte Person oder Gruppe in US-Börsenkreisen eine Katastrophe in Israel voraussah und mit dem Absturz der Aktien rechnete. Am 2. Oktober führte diese Person ein enormes Volumen an Leerverkäufen am EIS durch – sie wettete also auf den Crash an der Tel Aviver Börse.

Auffallend war vor allem die Anzahl der Verkäufe. Mit 227.000 Stück gegenüber einigen Tausend an einem normalen Tag sah die Transaktion nicht nach Zufall aus. Wer auch immer massenhaft Anteile des Israel-Fonds verkaufte, könnte rechtzeitig vom bevorstehenden terroristischen Angriff der Hamas gewusst und so Millionen verdient haben.

Ohne Vorwissen zu riskant

Ein weiterer Grund für den Verdacht, dass die Hamas hinter der Spekulation steckt, ist die Tatsache, dass die Leerverkäufe während des jüdischen Feiertags Sukkot getätigt wurden. An diesem Tag gab es keine Hinweise auf einen Absturz der Börse in Tel Aviv. Im Gegenteil – die israelische Wirtschaft befand sich im Aufwind. Massenhaft gegen die Börse in Tel Aviv zu wetten wäre ohne zusätzliche Informationen wirtschaftlich unsinnig gewesen.

Ein Beispiel zeigt: Als die EIS-Anteile nach der Abstimmung zum Umbau des Justizsystems in Israel fünf Prozent ihres Wertes eingebüßt hatten, gab es kein ungewöhnliches Volumen an Leerverkäufen.

Mitts und Jackson stellten ähnliche Muster bei EIS im April fest.  Damals gab es Hinweise auf einen bevorstehenden Angriff der Hamas auf Israel. Und auch damals wurde im großen Stil gegen die israelische Wirtschaft gewettet. 

Hamas-Beteiligung plausibel

Jackson und Mitts liefern starke Hinweise auf eine mögliche Beteiligung der Hamas. Ihr Anführer, Yahya Sinwar, gilt zudem als kluger Kopf in Finanzfragen.

Leerverkäufe wie die eben genannten sind weder laut US-Wertpapierrecht noch nach israelischem Recht illegal. Wenn sich herausstellen sollte, dass die Hamas hinter der Spekulation steckt, handelt es sich jedoch um Terrorfinanzierung. In diesem Fall könnten die US-Behörden die Millionengewinne einfrieren.

900 Millionen Dollar Gewinn

Leerverkäufe an der Börse von Tel Aviv von Mitte September bis Oktober waren ebenfalls eine Goldgrube, stellten die Forscher fest. Allein bei der Bank “Leumi“ wurden von Mitte September bis zum 5. Oktober 4,43 Millionen neue Aktien leerverkauft, was zu Gewinnen von fast 900 Millionen Dollar führte.

Bei einem sogenannten Leerverkauf verkauft man Anteile, die man selbst nicht besitzt, und gibt sie nach einem vereinbarten Zeitraum wieder zurück. Haben die Anteile in der Zwischenzeit an Wert verloren, kann man sie billiger zurückkaufen und macht damit Gewinn.

Hätte die Hamas die erfolgreichen Spekulationen durchgeführt, stünde sie zumindest finanziell als Gewinnerin der Anschläge fest.


Titelbild: (Yahay Sinwar) MOHAMMED ABED / AFP / picturedesk.com, Mediamodifier from Pixabay

Daniel Pilz
Daniel Pilz
Taucht gerne in komplexere Themengebiete ein und ist trotz Philosophiestudiums nicht im Elfenbeinturm stecken geblieben.
LESEN SIE AUCH

Liebe Forumsteilnehmer,

Bitte bleiben Sie anderen Teilnehmern gegenüber höflich und posten Sie nur Relevantes zum Thema.

Ihre Kommentare können sonst entfernt werden.

17 Kommentare

  1. Die Gefahr kann jederzeit mit wenig Aufwand von Teilen (.. Gruppen) via Börsenmanipulation ausgehen.. Die eingesetzten “Waffen” entwickeln sich mit der Zeit, dh jeder hat im Jahr 2008 – Wirtschaftskrise – vor einem Zusammenbruch gewarnt, initiiert von bestimmten Ländern, die die Börse unruhig werden lassen – Börsengeschäfte sind das eine und Cybercrime das andere. Sieht man zB nach Iran et al, sind die modernste Technologien im Vordergrund (EMP). Die Keulen wie in der Steinzeit sind nicht mehr. Hab mir die Doku zu Noricum angesehen, interessant, auch die Aussagen von Hrn Blecha.. (..) aber eines ist gleich geblieben: immer wurden Fehler gemacht, die vermeidbar gewesen wären, und immer stand Ö .. etwas dümmlich da. Das Erfolgsrezept – Korruption – hat sich wiederholt als Schuss ins Knie erwiesen. Interessant, wie die Entwicklung einer so international anerkannten Waffe (Rakete) in Österreich entwickelt werden konnte, dh Wissen, Technik, etc Im Beitrag stellte sich Ö mit der gelebten Praxis in Korruption in Ländern im Nahen Osten dann ziemlich negativ dar..

  2. Endlich schreibt man mal über das Thema! Danke!

    Nicht zu vergessen sind auch die vielen Besitzer von Rüstungsaktien, die auch verdienen am Krieg. Manche ganz offen, aus Gier und Ignoranz, Andere unwissentlich, weil sie keine Ahnung haben was so alles dabei ist bei ihrem “Mischfond”, der “total zuverlässig” und “stabil” Kohle abwirft, “von erfahrenen Experten empfohlen” und ganz zufällig Aktien aus der Rüstungsindustrie beinhaltet.

    Wär mal interessant wieviele Anleger an so einem Krieg verdienen! Und wieviel!

  3. Für mich ist dieser weiter von Europa legitimierte und nicht mehr enden wollende (Es darf sogar von Auslöschungen ohne einem Tropfen Kritik dagegen auch weiterhin gesprochen werden) Massenmord nicht mehr auszuhalten.
    Es beeinflusst die psychische Gesundheit von meiner Familie und mir zusätzlich zum sonstigen Wahnsinn in diesem Land auf schon lange einem unerträglichem und menschenunwürdigen Nievau (Auch diese Dauerpropgagandesendungen dieses extra deutschprachig Ausgewählten Verkünder können wir schon lange nicht mehr hören und schalten meistens um oder ab – ständig spricht er beim aktuellen Abschlachten vom Ausgang des Konflikts als das alles dauerhauf weiter rechtfertigen könnenden Grund…)

    Dass mit der wissenden Politik an der Börse auf die Auswirkungen ihrer schon lange vor den Menschen bekannten Umständen ständig über Dritte spekuliert wird ist eigentlich usus und müssten diese ja blöd sein, wenn sie das nicht machen würden?

    Hier nun aber die Hamas als die großen Spekulanten auszumachen, welche wohl das Geld gerade am dringensten brauchen, ist für mich nur sehr schwer vorstellbar und vermutlich genau deshalb nur eine weitere Ablenkung und Kriegsbegründungs- und Auslöschungslegitimierungshetze

    So kann ich mir leider nicht mehr vorstellen, dass das alles was heute vorliegt und weiter abgeht, nicht so, wie schon so oft davor so, von langer Hand genauso geplant wurde… – Von dieser Grausamkeit aber will man weiter absolut nichts hören und berichten…

  4. Die Sicherheitskräfte in Israel schienen einen Angriff solchen Ausmaßes nicht erwartet zu haben – ganz im Gegenteil zu einem mysteriösen Profiteur auf den internationalen Finanzmärkten. Dieser wettete fünf Tage zuvor massiv gegen die israelische Wirtschaft und verdiente damit Millionen. Der Verdacht liegt nahe, dass die Hamas selbst dahintersteckt.

    Ich Bin immer noch überzeugt die Geheimdienste wussten es und haben es geschehens lassen, siehe Ö mit Terroranschlag den Nehammer nicht verhindert hat und es vier tote gab.
    Anschläge in der Grösse mit 1400 tote und hunderte entführungen….da sickert immer irgend was durch und der Istaelische Geheimdienste kann mir nicht erklären sie hätten keine Maulwürfe bei Hamás.
    Jetzt können sie endlich voll gegen ihre “Feinde” die Palistinenser vorgehen, es gibt Weltweit proteste wegen ihrer brutalität gegenüber Zivilisten, vertreibung und ermordung sogar von Kinder die auf der Strasse gehen….

    • Weshalb ist Nehammer noch immer auf freiem Fuß bzw. wieso wird hinsichtlich des TA 2020 in Wien gegen ihn nicht immer nicht ermittelt?

      Weshalb fliesen nach wie vor Millionen über das AM nach Gaza?

      Kann mir das jemand erklären?

      • Nehammer, es hat die ÖVP INTERN ermittelt die kein Fehlvrrhalten feststellung konnte….wie kann eine Partei bei vier tote intern “ermitteln” und die Justizministerin steckt den Kopf in den Sand….
        Für mich macht sie sich wie Nehammer mitschuldig …beide gehören vor Gericht…

      • Weil das in einem unheilbaren Mafiastaat eben ganz normal ist?

        So glaube ich auch nicht, dass unser BP mit seinem berühmten “Wasserschadensager” hier einen Wasserschaden gesehen oder kennen hätte können, oder weiter sehen würde?

        (Da stirbt der Jahrundertjustizreformer ganz plötzlich und wir wissen noch immer nicht konkret, wie dieser überhaupt zu Tode kam und gleichzeitg werden ständig weitere Fakten bekannt, welche einen Suizid ausschließen, aber liegen tonnenweise Motive in der öffentlichen Auslage, welche zwar die Menschen deutlich sehen können, aber die Qualitätsmedien auch weiterhin nicht, aber auch die Oppositionen sind weiter dazu blind, taub und schwerhörig – Aber der Herr Kreutner wurde hier zwischenzeitlich installiert bevor es einen berühmt berüchtigten Anfangsverdacht gibt und wo wir noch immer nicht seinen konkreten Auftrag und sein Team kennen – aber auch noch als Berater der Justizministerin – sozusagen die dauerpoltische (Nicht-) Weisung in der Aufkärung, wieder hinein bis in die Vergangenheit, wo ja auch schon gernau ein solches Konstrukt aus der Jahrhunderreform die Ursache für das alles war…)

  5. Da gabs mal eine Doku über diese Börsengänge, da gibts Programme die rechnen in Sekunden und nutzen Zeitverschiebungen und machen täglich Milliarden, komplett illegal jedoch der Börsenbehörde seien die “Hände gebunden”.
    Eigentlich ilegales Geld lukrieren unter der aufsicht der Behörden, Hauptsitz in USA und Israel….

    • Es geht im konkreten Fall tatsächlich um Futures Geschäfte, diese sind nicht illegal!
      Dabei ist es möglich mit überschaubaren Einsätzen, aber sehr großen Hebeln Kapitalvervielfachungen innerhalb weniger Sekunden zu erzielen. Wenn man die Richtung einer Kursbewegung im Vorhinein richtig eingeschätzt hat!

  6. Trump benötigte für diese Form der „Spekulation“ keine Kalaschnikow!
    Sein Schwiegersohn und das Insiderwissen um den Inhalt der nächsten Rede im Weißen Haus genügten, um Milliarden mit Dollar und Crude Oil Futures einzusacken!

Kommentarfunktion ist geschlossen.

ZackZack gibt es weiter gratis. Weil alle, die sich Paywalls nicht leisten können, trotzdem Zugang zu unabhängigem Journalismus haben sollen. Damit wir das ohne Regierungsinserat schaffen, starten wir die „Aktion 3.000“. Wir brauchen 3.000 Club-Mitglieder wie DICH.