Freitag, Mai 17, 2024

Österreichs Superreiche verdoppeln ihr Vermögen alle sieben Jahre

Neue Attac-Berechnungen zeigen, wie Macht und Vermögen von heimischen Millardär*innen außer Kontrolle geraten. Das ist Gift für die Demokratie. Höchste Zeit gegenzusteuern mit einer Vermögensteuer.

Von David Walch

Der extreme Reichtum einer kleinen Gruppe hat enorme Ausmaße erreicht – und zwar nicht nur global gesehen, sondern auch in Österreich. Österreich liegt bei der Vermögenskonzentration in Westeuropa an der Spitze. Das reichste Prozent aller Haushalte in Österreich besitzt rund 40 Prozent des Gesamtvermögens. Die ärmere Hälfte besitzt hingegen so gut wie kein nennenswertes Vermögen – in Summe lediglich etwa 3,5 Prozent des Gesamtvermögens.

Die Reichen werden dabei immer reicher. So weit so bekannt. Doch um wieviel genau, darüber gab es bis jetzt keine detaillierten Zahlen für Österreich. Attac hat daher die Trend-Listen der 100 Reichsten der Jahre 2002 bis 2023 ausgewertet. Das Ergebnis ist verblüffend: Das Vermögen der aktuellen österreichischen Milliardär*innen ist zwischen 2002 und 2023 im Durchschnitt jährlich um 11,19 Prozent angewachsen. Es verdoppelt sich somit alle 7 Jahre. Das Gesamtvermögen der der 100 Reichsten von 46 auf 212 Milliarden Euro angewachsen. Es verfünffachte sich also jeweils. 2002 gab es 11 Milliardär*innen, 2023 waren es 49.

Johann Grafs Vermögen wächst jährlich um 22,4 Prozent

Novomatic-Eigentümer Johann Graf beispielsweise hat zwischen 2003 und 2023 sein Vermögen von 100 Millionen Euro auf 5,7 Milliarden Euro vermehrt – das ist ein Wachstum von jährlich 22,4 Prozent. Graf hat sein Vermögen also insgesamt ver-35-facht. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum ist Österreichs Wirtschaft jährlich um 3,4 Prozent gewachsen. Nach eigenen Aussagen hat Graf dabei stets nur „Smalltalk“ mit Politiker*innen von der ÖVP (wie Finanzminister Löger oder Staatssekretär Fuchs) geführt.

Johann Graf. Illustration: Attac

Sein Verfahren rund um den „Ibiza-Skandal“ ist noch nicht abgeschlossen: Hier vermutet die WKStA, dass die Bestellung des freiheitlichen Bezirkspolitikers Peter Sidlo zum Vorstand der Casinos Austria im Austausch gegen Einfluss auf Gesetze, welche die Novomatic im Online-Glücksspiel bevorzugen, erfolgt sei. Während der Corona-Krise wurden bei Novomatic 3.200 Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit geschickt und 120 Menschen gekündigt. Graf ließ sich dennoch eine saftige Dividende von 50 Millionen Euro auszahlen und kassierte dazu noch (monatlich!) 10 bis 22 Millionen Euro aus staatlichen Kassen, wie aus Berechnungen des Nachrichtenmagazins Profil hervorgeht.

Übertroffen wird Graf noch vom Finanz- und Immobilieninvestor Michael Tojner mit 23,3 Prozent jährlichen Vermögenszuwachs. Sein Vermögen stieg von 2012 bis 2023 von 235 Millionen Euro auf 1,8 Milliarden Euro. Im Rahmen seiner Bestrebungen das Stiftungsrecht zugunsten von Reichen zu ändern, schreibt der Investor auch gerne E-Mails mit fixfertigen Gesetzestexten an die private Mail-Adresse von Politiker*innen, zum Beispiel an den damaligen ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter.

Michael Tojner. Illustration: Attac

Auch die Zuwächse so manch anderer – politisch auffälliger – Milliardäre sind nicht von Pappe (Daten bis 2023 verfügbar):

Steuert die Politik nicht dagegen, wird sich allein das Vermögen der reichsten 10 Österreicher*innen in den nächsten 10 Jahren von 110 auf rund 320 Milliarden Euro verdreifachen.  

Gift für die Demokratie

Die Vermögenskonzentration in Österreich ist schon heute größer als in jedem anderen westeuropäischen Land. Die Reichsten besitzen dabei eine wirtschaftliche und politische Macht ohne jegliche demokratische Kontrolle. Das ist Gift für die Demokratie. Viele Beispiele und Chats zeigen, wie die Reichsten ihre Interessen durch Lobbying, den „Einkauf“ von (Ex)-Politiker*innen, Parteispenden, Medienmacht, Finanzierung von „Denkfabriken“ oder Korruption durchsetzen – und zwar auf Kosten der Mehrheit. Als Folge sehen immer mehr Menschen ihre Interessen gar nicht mehr vertreten. Sie wenden sich von demokratischen Prozessen, Institutionen und politischem Engagement ab oder unterstützen sogar antidemokratische Kräfte.

Laut einer SORA-Umfrage glaubten im Jahr 2020 nur 43 Prozent im ökonomisch schwächsten Drittel, dass das politische System in Österreich gut funktioniert. Im obersten Drittel waren es 78 Prozent. Im ökonomisch schwächsten Drittel vertrauten nur 33 Prozent dem Parlament; im ökonomisch stärksten Drittel waren es 70 Prozent.

Österreich ist eines der Schlusslichter bei der Besteuerung von Vermögen

Österreich ist international eines der Schlusslichter, wenn es um den Beitrag der Reichsten zum Allgemeinwohl geht: In Österreich tragen vermögensbezogene Steuern nur rund 1,4 Prozent zum gesamten Steueraufkommen bei. Im Schnitt der Industriestaaten der OECD sind es 5,6 Prozent – also rund das 4-fache. In der Schweiz stammen rund 8,2 Prozent, in Südkorea sogar mehr als 15 Prozent (also mehr als das Zehnfache Österreichs) der Gesamtsteuerleistung aus vermögensbezogenen Steuern.

Quelle: OECD/Arbeiterkammer

Attac-Vermögensteuer bremst die extremen Vermögenszuwächse der Reichsten

Attac hat auf Basis der neuen Daten zu den Vermögenszuwächsen der Reichsten ein Modell für eine progressive Vermögensteuer ausgearbeitet. Es orientiert sich an den empirischen Fakten über die Vermögenszuwächse der Reichsten. Beginnend mit einem Steuersatz von 1 Prozent über 5 Millionen Euro (die reichsten 0,3 Prozent) steigt die Attac-Vermögensteuer in 4 Stufen bis auf 10 Prozent für Vermögen über 1 Milliarde Euro an.

Erklärung zum effektiven Steuersatz: Bei einem Vermögen von 7 Millionen Euro beträgt die Steuer 20.000 Euro / 0,29 Prozent, denn nur das Vermögen über der jeweiligen Stufe wird mit dem jeweiligen Satz besteuert.

Die extremen Vermögenszuwächse der Milliardär*innen könnten damit effektiv eingebremst werden können. Eine niedrige Vermögensteuer von 1 bis 2 Prozent kann der aus dem Ruder laufenden Vermögenskonzentration kaum entgegenwirken.

22 Milliarden Euro, die das Leben aller Menschen verbessern

Die berechneten Einnahmen des Attac-Vermögensteuermodells betragen rund 22 Milliarden Euro pro Jahr – mögliche Steuer-Umgehungen schon eingerechnet. Damit würde der Anteil vermögensbezogener Steuern am gesamten Steueraufkommen von derzeit 1,4 Prozent auf etwa 11 Prozent steigen – ein Wert, den etwa Kanada, Großbritannien oder die USA aufweisen. Diese Einnahmen ermöglichen dringend nötige Investitionen in Klimaschutz, Kinderbetreuung, Bildung, Pflege und Gesundheit. Sie schaffen Wohlstand und verbessern das Leben aller Menschen.

Ohne die Attac-Vermögensteuer gerät die extreme Konzentration von Vermögen und Macht hingegen völlig außer Kontrolle. Steuern wir also dagegen.


Attac hat eine Petition an die kommende Regierung für die Vermögensteuer gestartet: www.attac.at/vermögensteuer

Wie nutzen die Reichsten ihre Macht? Recherchen zu den Milliardären Tojner, Graf, Stumpf, Mateschitz, Leitner und Pierer widmet eine Attac-Sonderseite

David Walch ist Pressesprecher bei Attac Österreich.

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Attac richtet das Brennglas auf die ungerechten Dynamiken in der Wirtschaftswelt von heute. So sollen die Folgen der enormen Machtkonzentration internationaler Konzerne stärker in die öffentliche Debatte gezerrt werden. Ganz ohne Verschwörungsmythen.
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37 Kommentare

  1. Diese Einnahmen ermöglichen dringend nötige Investitionen in Klimaschutz, Kinderbetreuung, Bildung, Pflege und Gesundheit. Sie schaffen Wohlstand und verbessern das Leben aller Menschen.

    Das ist ja das Problem, die Huren nehmen eben das Geld her wo kaum eines ist….
    Das ist so als würde ein “Geschäftsmann” mehr aus der Firma rausziehen als einfliessen und das mit falsche Angaben mit Krediten, was Kreditbetrug ist abdecken….sozusagen Rumbenkern….
    Genau das macht Schwürkisgrün….nehmen wo nix ist und alles auf Pump…

    • Wenn die ekeligen grünen zumindest was sie versprochen haben nicht eingehalten hätten ….einzige mit Sozialem im Programm, grossteils sogar Wort für Wort von den roten kopiert.
      Umweltschutz, Gewessler Werbeweltmeisterin in eigen PR und schiebt für lächerliche Sinnlosstudien Millionen einem Ex grünen hinten rein, ob sie das “gratis” macht oder einfach nur weils unfähig ist….ich denke mal das sollte geprüft werden, stinkt gewaltig nach korruption.
      Sie sind die einzigen die korruption bekämpfen, naja, die Justiz macht alles um die Huren zu schützen…Justiz korrupt bis ins Mark, es heißt ja Zadic schütz die “Koalition”…
      Was jetzt mit Schilling abgeht und die ganze Spitze geschlossen vor ihr steht zeigt endgültig den moralischen zerfall dieser Partei….
      Aber nein, sie haben nicht einfach wie erwartet ihre Versprechen gebrochen sondern sind komplett in die andere Richtung angebogen.

        • Grünen Bashing…angesehen davon das sie immer am lautesten protestierten, ständig mit dem Finger auf andere zeigen und lauthals falsche Versprechen abgeben und jetzt zeigen sie sind nicht besser sogar schlimmer als die türkisen Schnösel….
          Kritik, die gerechtfertigt ist ist NICHT BASHING !!!
          Sind halt auch nur Huren der reichen und das Gleitmittel der Korruption….
          Wenns hilft, bin sicher solche Leute in den Himmel loben hilft auch nicht weiter weil sie nicht das sind was sie behaupten. Weder Schwürkis noch grün haben eine Regierungsfähig bewiesen, im gegenteil, so schlimm war Korruption, Postenschacher und Amtsmissbrauch noch nie …

  2. Zum Milliardär KTM Pierer nur folgendes:

    An seinem Stammhaus, also genau dort, wo loyale Mitarbeiter seine (guten) Ideen in Erfolg und Wachstum umgesetzt haben, baut er hunderte Arbeitsplätze ab und verlagert Geschäftszweige nach Asien. Nachdem er in Österreich vorher noch satte Förderungen abkassiert hat.

    Pierer mag ein cleverer Geschäftsmann sein, ein allgemein geachteter Unternehmer, der auf seine Leute schaut, wird er sicher nicht mehr.

      • Ich vermute, dass Pierer deshalb nicht belangt werden kann.

        Es zeigt aber, wie daneben diese ÖVP mit ihren Förderungen liegt. Hier wurden Milliarden an Steuergeldern völlig sinnlos VERSCHENKT! Milliarden, die für Bildung, Gesundheit und Pflege dringend nötig wären.

        Aber die ÖVP steckte sie lieber Unternehmern in den …, die überhaupt nicht berechtigt waren für stützende Steuergeschenke!

        • Bin nicht sicher….wer Coronaförderumgen kassiert muss diese nachweislich benötigen, Milliardengewinne einheimsen und die Coronaförderungen in die eigene Taschen streifen, nein das sind nicht die ofizielle Rahmenbedienungen….das lässt sich belegen.
          Wie damals Köstinger, hatte mal einen geistigen Durchblick, sagte, alle sollten zu unrecht erhalten Coronaförderungen zurück zahlen müssen.

  3. Es ist jetzt vielleicht etwas off-topic, aber der OECD-Vergleich zeigt interessante Zusammenhänge zwischen dem Vermögenssteueranteil und anderen politischen und soziologischen Faktoren. Was mir auf den ersten Blick auffällt:
    – Die Länder mit besonders hohem Vermögenssteueranteil sind nicht gerade für funktionierende Sozialsysteme bekannt. Vor allem mit Blick auf die USA könnte man vermuten: Wenn “die Reichen” verhältnismäßig mehr ins System zahlen, haben sie auch mehr Einfluss aufs System.
    – Im Gegensatz dazu liegen Dänemark und Schweden, an denen wir uns wohl eher im Hinblick auf Sozialsysteme orientieren wollen, unter dem OECD-Schnitt. Meine Vermutung: Eine breitere Verteilung der Steuerlast auf die arbeitende Gesamtbevölkerung gibt dieser mehr politisches Gewicht.
    – Österreich befindet sich mit seinem Wert in Gesellschaft ehemaliger Ostblockländer. Bei diesen kann man das vielleicht anhand ihrer politischen und wirtschaftlichen Geschichte erklären, aber wieso Österreich da drin ist wäre echt interessant.

    Das Ganze ist jetzt natürlich eine grobe Vereinfachung, wahrscheinlich gibt es dazu schon wissenschaftliche Abhandlungen. Für Österreich würde ich folgendes herauslesen: Wir müssen jetzt nicht zum OECD-Durchschnitt hin, aber eine Bewegung in Richtung Schweden oder Dänemark sollte doch möglich sein.

  4. Der von attac vorgeschlagene Freibetrag von 5 Millionen Euro ist viel zu hoch angesettz. Auch der von Babler ist zu hoch. Ich befürworte eine Vermögenssteuer ab Euro 250’000. Dazu unbedingt noch eine Finanztransaktionssteuer. Grundstücksteuer abschaffen, dafür Grundstücke zum Verkehrswert statt Einheitswert zum Vermögen rechnen. Ein kleiner Blick ins Ausland: Im Schweizer Kanton St. Gallen beginnt die Vermögenssteuer bei 75’000 Franken für Singles, das Doppelte für Verheiratete. Ich hab in der Schweiz noch keinen getroffen, den das stört.

    • Für 250.000 Euro kriegen sie mittlerweile gerade einmal ein Drittel von einem neuen Einfamilienhaus. Wollen sie die Leute in die Arme der Miethaie treiben und sind wir die Schweiz? Ah ja natürlich, man kann auch von 150 Euro im Monat leben, gell!

      • Wer sich ein Einfamilienhaus leisten kann, was ökologisch sowieso ein Auslaufmodell ist, der zahlt keine Miete, kann sich daher leicht eine niedrige Vermögenssteuer leisten. Und je mehr diese ansteigt, umso weniger rentiert sich die Investition der Haie in Immobilien. Das eingenomme Geld der Vst kann für Genossenschaftswohnungen verwendet werden, in denen man günstig wohnen kann und mitbestimmt, wie es läuft.

  5. Ja die Mediendesiderata geht hurtig weiter, auch und vor allem was die zwischenzeitlich zensuriert sein müssende Berichterstattund über den Tod des Herrn Sektionschefs anbelangt, nun gerade auch schon in diesem Forum, wo ich mehr und mehr das Gefühl habe, dass Herr Wisser hier seinen roten Freunden deshalb mit diesem Beitrag nicht wirklich entsprochen haben kann, sonst würden sie diese Poster, welchem ihm Recht geben und in seinen Ausführungen unterstützen, nicht derart wieder unter der Gürtellinie runter machen (können un dürfen)?

    https://www.tabularasamagazin.de/johannes-schuetz-ueber-mediendesiderata-es-gibt-blockierte-themen-der-deutschen-publizistik/

  6. Und wären die Grünen in der Regierung dann, ……..ach so nein!
    Doch Werner Kogler bremst. Der grüne Vizekanzler will es auf keinen Koalitionskrach ankommen lassen. Vermögenssteuern stehen nicht im Koalitionspakt mit der ÖVP.

  7. Und wissen sie was: Geld alleine macht nicht glücklich! Ich kenne einige wenige (da ich mich grundsätzlich mit reichen Menschen) nicht gerne abgebe- die hätten lieber weniger Geld und dafür ein Leben in Zufriedenheit….
    Und diejenigen, die es sich ehrlich erarbeitet haben, denen gönne ich deren Geld!

  8. Wenn Superreiche alle 7 Jahre ihren Reichtum verdoppeln, dann müssen die Superarmen das gleich in Relation mindestens in die andere Richtung tun?
    “Wer hat dem wird gegeben und wer nichts hat, dem wird auch noch das Wenige genommen was er hat?” (Bis in zum Hungerleiden…)

    – Damals als dieser Satz in die Bibel kam, da gab es aber noch keine angelich sozialen Parteien in diesen Ländern…

    Bevor wir eine Vermögenssteuer überhaupt andenken einzuführen, müssen wir endlich sicherstellen, dass die lang schon zu bezahlenden und seit Jahrzehnten schon offenen Steuern endlich einmal auch wirklich bezahlt werden!!!!! -MÜSSEN?

  9. Zur Erinnerung , als es um die Erbschaftsteuer ging , war bei den Redakteuren der führenden Tageszeitungen Österreichs Feuer am Dach . Bei dem jungen Mateschitz hieß es laut Kronenzeitung , OE 24 , Kurier , Presse u. Co. , das ist eine schmutzige Neiddebatte und schon war bei den Kommentaren dieser “bescheiden Denkenden” Poster das Feuer entzündet (man redete ihnen ein , es würde die kleinen Häuselbauer treffen ) und ihre Wut bekamen die “Neider” ab ! Obwohl so manch dieser “Gläubigern” zur Gänze von einem guten Mittelstand ausgeschlossen sind . Damit ich nicht falsch verstanden werde , diese Jungs u. Girls können Jetten und Yachten so viel und so lang sie wollen , aber sie sollen , ganz einfach ihren finanziellen Solidaritätsbeitrag leisten und ob diese Erben den finanziellen Abgang überhaupt spüren , wage ich zu bezweifeln !

  10. ich find das vermögenssteuermodell von attac deutlich besser als jenes der spö.

    ausserdem wäre ich auch für eine progessive grundsteuer und einer änderung der bemessungsgrundlage vom einheitswert auf den verkehrswert.

    da würde derart viel geld reinkommen, dass wir ganz locker die steuerbelastung auf arbeit deutlich senken könnten.

    • Sie sind damit auf einer Linie mit der ÖVP nahen und von der Industriellenvereinigung gesponserten “Agenda Austria”. Herzlichen Glückwunsch!

      • dass die agenda austria für eine vermögenssteuer wär, hör ich zum ersten mal.

        auch, dass die agenda austria sich für eine progressive grundsteuer einsetzt wär mir neu.

        hast du eine belegbare quelle dafür?

        • Die Agenda Austria ist für eine Steuerhoheit der Gemeinden betreffend Höhe der Grundsteuer und deren Einhebung/Verwendung anstatt der bestehenden Kommunalsteuer. Das möchte ich mir in einer der vielen ÖVP geführten Landgemeinden jetzt gar nicht vorstellen. Die Gemeindeabgaben sind in den finanzschwachen Gemeinden (und das sind fast alle am Land) jetzt schon sehr hoch. Wäre gut genauer auszuführen, was man unter “progressiv” genau meint. Betrifft das auch die Normalos, den Villenbesitzer, den Großgrundbesitzer oder wen? Eine Erhöhung des Einheitswertes auf den Verkehrswert würde in Kombination mit einer Erbschaftssteuer dafür sorgen, dass Erben erheblich zur Kasse gebeten würden. Auch der Kauf von Immobilien würde erheblich verteuert. Da ich natürlich nicht davon ausgehe, dass du hier den Mittelstand im Visier hast (im Gegensatz zur Agenda Austria) wärs schon gut, hier genauer zu definieren. (Deshalb meine zugegeben etwa polemische Antwort). Und ganz ehrlich, sollte die Grundsteuer jetzt auch noch höher werden und das würde sie schon alleine dadurch , dass man den Verkehrswert zur Berechnung hernähme, da könnten sich angesichts der steigenden Betriebs/Renovierungskosten viele Leute ihr Haus gar nicht mehr leisten und mieten würde auch teurer werden. Denn bei Besitzern von Mietwohngebäuden würde ihre Idee mit der Progression bestimmt schlagend werden.

          • sorry
            aber du fällst da auf die argumentationslinie von övp, neos usw. herein.

            die grundsteuer basiert auf den seit 1971 unveränderten einheitswerten.
            da stimmt doch eindeutig etwas nicht.
            und natürlich bin ich nicht dafür, dass die gemeinden über die steuern bestimmen. ginge auch bei eine progressiven grundsteuer nicht, weil ja alle grundstücke in österreich betrachtet werden müssen um den kumulierten grundbesitz einiger feststellen zu können.
            und es geht natürlich nicht um die “kleinen” häuslbauer, sondern um grossgrundbesitzer. und deren gibts doch einige.
            und die erbschaftssteuer ist davon natürlich in keiner weise betroffen.
            im modell von attac beginnt die vermögenssteuer bei 5 mio. da wird die gruppe der betroffenen nicht so gross sein.
            ähnlich könnte man eine derartige grundsteuer gestalten.
            warum sollte übrigens die miete teurer werden. man kann das mietrecht so gestalten, dass die grundsteuer nicht in der miete verrechnet werden darf.
            usw usw usw

          • @hagerhard: Ich glaub nicht, dass ich da auf irgendwas reinfalle. Ich gehör nur zu jenen die Grundsteuer zahlen und ich kenne die Begehrlichkeiten der Schwarzen Bürgermeister die keine Kohle haben. 🤷‍♀️ Man müsste die Grundsteuer für die “Normalos” abschaffen, denn eigentlich ist die Grundsteuer eine Vermögenssteuer! Vermögen sollte dann besteuert werden, wenn es hoch ist und nicht wenn es den Wohnraum von Normalverdienern betrifft. Also Grundsteuer basierend auf dem Verkehrswert für Leuten die Ländereien und mehrere Immobilien und teure Immobilien besitzen. Und da bin ich dann schon bei dir, dass würde es auch erheblich unattraktiver machen sein Geld in Immos und Grundstücken zu bunkern und so die Preise hinaufzutreiben und Wohnraum zu verknappen! Und so eine Regelung würde auch das Märchen vom geschröpften Häuslbauer endlich ausräumen. Die Mieter müsste man natürlich vor einer Abwälzung der Kosten schützen. So gesehen, eigentlich ein sehr probates Mittel den Vermögenden ihren gerechten Beitrag abzunehmen, denn Ländereien und Häuser kann man nicht ins Ausland transferieren und diese Leute hängen trotzdem an ihren schönen Liegenschaften in Österreich….👍(vielleicht würde das sogar den Ausverkauf unserer schönsten Landstriche etwa eindämmen)

          • ich muss ja hier antworten

            eine progressive grundsteuer bedeutet eben auch, dass du zb ab einem kummulierten wert von 1 mio zb darunter nichts – von 1 bis 5 mio 1 % aber zb ab 100 mio 10 % zahlst.

            die grundsteuer sollte übrigens zum erhalt und bau der infrastruktur dienen – weil ein grundstück ja auch sehr vom erschliessungszustand abhängig ist und daraus wert bezieht.

            dh wir alle zahlen die wertsteigerung von grundeigentum – zb durch bau einer u-bahn oder einer strasse usw.

            aber dieses heisse eisen traut sich halt auch niemand angreifen.
            weil ja häuslbauer ….

          • Das kann man durchaus akzeptieren, eine durchschnittliches Einfamilienhaus kostet mittlerweile um die 600.000,– (auch weil die Erschließungskosten/Anschlusskosten an die öffentliche Versorgung exorbitant hoch sind ca. 100.000 Euro und damit haben sie noch keine Zufahrt, die sie ja auch selber finanzieren müssen) damit wären dann zumindest die aus dem Schneider die sich bis zur Pensi abrackern um der Mietpreismafia zu entkommen. Die Sache ist also nicht ganz so einfach und ich kann verstehen, dass die Leute Angst haben noch mehr zahlen zu müssen. Davon abgesehen, auch der Mieter einer Wohnung profitiert von einer neuen U-Bahn.

          • “Davon abgesehen, auch der Mieter einer Wohnung profitiert von einer neuen U-Bahn.”

            eh – aber in der regel bedeutet das, dass die mieten (bei neuvermietung) steigen.
            hauptsächlich profitiert davon also der eigentümer der wohnung.
            durch die höhere miete und/oder durch eine wertsteigerung generell.

            bedeutet also, der eigentümer generiert privaten gewinn aus öffentlichen investitionen ohne dafür irgendeine leistung zu erbringen oder steuern dafür zu bezahlen.

  11. Nicht nur das kaputtgespartes Bildungssystem wurde aus K. u. K. Provinience konzipiert und ist auf diesem Konzept stehen geblieben. Bei der öffentlichen Verwaltung schauts auch nicht viel besser aus. Die Digitalisierung dort scheint auch nur dazu zu dienen, damit die Bürgerin die Doppelgleisigkeiten bei einer Antragstellung digital erledigen kann…….🤷‍♀️

  12. Ist doch schön, dass die Reichen immer reicher werden. Irgend Jemand muss ja durch Konsum die Wirtschaft am laufen halten. Der österreichische Mittelstand ist verschwunden, die Armen werden immer mehr. Wer also soll all die Arbeitsplätze sicher? Ein hoch auf die Superreichen! Wir produzieren in Österreich nur noch Luxusgüter, damit diesen Herrschaften nicht fad wird und ziehen uns nach getaner 60 Stunden Woche in unsere Slums zurück. Zurück in die Vergangenheit der Feudalherrscher am besten über den Weg der Diktatur! 🤢

  13. Ja. Uns es wird nicht reichen nur Zuvewinne zu besteuern. Vermögen selbst muss ebenfalls besteuert werden.

    Liebe Gstopfte, es geht nicht anders. Wenn ihr nicht wollt, dass die Rezession größer wird, dann gebt euch einen Ruck, setzt euch für Vermögenssteuern ein und zahlt diese auch. Es schadet gar nicht sich zwischendurch auch mal über ein bissl Altruismus zu definieren, statt immer nur über einen maroden Selbstwert.

    Bittedanke!

    • Diese Leute spenden doch eh sooo viel. Hetzen von einem Charity Event zum nächsten um am nächsten Tag das ganze von der Steuer abzuschreiben…..🙄

      • Ja, drum stecken wir in der Teuerungsspirale… Weil die Gstopften zu viel Geld herschenken 🫣.

        Liebe Gstopfte, ja wir bekommens alle mit, dass euch der Wohlstand ganz dezent ins Oberstübchen gestiegen ist. Und ja, ihr seids die, die man wirklich bedauern muss. Dauernd will wer was von einem. Die einen Spenden, die anderen gerechten Lohn, dann wollens Steuern und womöglich Gerechtigkeit…oder gar Demokratie!
        Wozu denn?

        Ja, die Frage kann man nur als wohlstandsdegeneriertes Wurschtel unbeantwortet lassen.

  14. Im Versuch diese volkswirtschaftliche Schieflage in einer erträglichen Argumentation zu halten, werden “Statistiken” (wie auch immer die statistisch-mathematisch zusammengeflickt wurden) zum “durchschnittlichen Pro-Kopf-Vermögen” in die Auslage gestellt, damit die Fassade im internationalen Volksvermögen-Ranking weiter glänzt…

    Mit einem durchschnittlichen privaten NETTO-Geldvermögen von 67.930 Euro pro Kopf liegt Österreich auf Rang 19 der reichsten Länder der Welt – einer Tabelle, die von USA, Schweiz und Dänemark angeführt wird – wird behauptet. Österreich belegte mit einem privaten BRUTTO-Geldvermögen von 822 Milliarden Euro im Jahr 2021 laut dem Allianz Global Wealth Report Platz 13 der Länder mit dem weltweit höchsten privaten Geldvermögen. Der Anteil des Brutto-Geldvermögens der österreichischen Privathaushalte am weltweiten Brutto-Geldvermögen belief sich im Jahr 2021 auf 0,35 Prozent. (Zum Vergleich: Österreichs Anteil an der Weltbevölkerung dazu 0,1%)

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/816627/umfrage/pro-kopf-geldvermoegen-in-oesterreich/

    Und weil das noch immer viel zu wenig ist, werden die Lohnstückkosten (Anteil der Prokopfeinkommen am BIP – ich schrieb kürzlich dazu) von der Industrie als ruinös im Vergleich zum internat. Wettbewerb moniert, weshalb Normal-Mehrarbeitszeitforderungen propagiert und / oder Arbeitsplatzauslagerungen in betriebswirtschaftlich lukrativere Gefielde angedroht werden. Gleichzeitig sind All-Time-Highs in den Exportumsätzen, in den Aussenhandelsbilanzen zu vermelden. Im desolaten, kaputtgesparten Bildungssystem aus K.u.K. Provinience konzipiert (einschließlich Kinder- und Jugendbetreuungsinfrastruktur), Gesundheits- und Pflegesektoren (Stw. SV-Patientenmilliarde!!) werden gesteuerte Engpässe mit “weniger Staat, mehr Eigenverantwortung” polemisiert. Ist doch augenscheinlich schräg, wie man Lebens-Wirklichkeiten mit volkswirtschaftlichen Zusammenhängen situationselastisch verzerren kann…

    • … und wenn man noch weiter in die Richtung menschenrechtlich humanitärer Grundversorgung denkt (im krassen Gegensatz zur behaupteten durchschnittlichen Vermögenslage), sollten hier der aufrecht zu erhaltene Grundflächenfrass für Immo-Business-Interessen (im Gemeindebundentwurf eindrucksvoll widerrechtlich insistiert) der vermögenden Upper-Class, welcher die Lebensmittelproduktion auf heimischen Böden mittelfristig unterversorgt einschränkt bis verunmöglicht, auch noch erwähnt werden. (Irgendwo müssen Vermögen schließlich reinvestiert werden. Vermögen / Besitzverhältnisse müssen spekulativ gewinnorientiert wandern, sonst sind’s tot. Auch in steuerschonend zugriffssicheren Stiftungen temporär zwischengeparkt zur Not … ) Lebensmittelgrundversorgung zum “Lohn” für vom oligopol strukturierten Handel abgegoltene Erzeugerpreise krass am Erzeuger-Existenzminimum kalkuliert und mit bürokratischen Überregularien gelenkt, die Marktdiversifizierung verhindert und (KLein)Bauernsterben forcieren, damit Agrar- und globale Lebensmittelkonzerne Vermögen beliebig erwirtschaften können, um sie wiederum steuerschonenst gewinnträchtig in Steueroasen zu transferieren. Dem Kampf zur Eindämmung des Klimawandels bzw. Förderung der Artendiversität zur Restrukturierung biologischer Kreisläufe und Renaturierungsprojekte wird’s nicht zuträglich sein.

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