Freitag, Juni 14, 2024

Urologie – Opposition übt Kritik an Zuständen in Klinik Favoriten

Urologie

Von “untragbaren Zuständen” ist in einem Bericht der Kronen Zeitung am Samstag die Rede. Mitarbeiter der Urologie in der Klinik Favoriten klagen über Versorgungsprobleme und mangelnde Kapazität, auch in anderen Spitälern. Die Opposition übt Kritik an Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

Wien, 20. August 2022 | In der Klinik Favoriten gibt es laut einem Bericht der “Kronen Zeitung” (Samstag-Ausgabe) derartige Versorgungsprobleme, dass Mitarbeiter der Urologie eine Gefährdungsanzeige verfasst haben. Demnach seien die OP-Kapazitäten zu gering und Patienten müssten weggeschickt werden. Die Wiener Oppositionsparteien FPÖ und ÖVP schießen sich deshalb auf Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) ein.

“Nicht mehr tragbar”

In E-Mails, aus denen die “Krone” zitiert, ist von einer “Versorgungsenge bei Steinpatient*innen (Anm.: Niere/Harn) und Tumorpatient*innen” die Rede. “Die Zustände sind einfach nicht mehr tragbar”, schildert ein Mitarbeiter der Klinik Favoriten laut “Krone”. Patienten würden nicht aufgenommen oder an andere Kliniken verwiesen, an denen ebenso keine Kapazität vorhanden sei. In der Klinik Ottakring etwa würden Bettensperren die Aufnahmekapazitäten limitieren.

Als Lösung wurde demnach von den Verantwortlichen vorgeschlagen, mehr Patienten in die Klinik Ottakring zu schicken sowie eine “gewisse Restriktion bei Patienten aus anderen Bundesländern”. Laut Gesundheitsverbund seien OP-Kapazitäten immer begrenzt, dazu kämen Urlaubszeit und Covid-Ausfälle von Mitarbeitern.

Kritik von FPÖ und ÖVP

Die Wiener Opposition ist ob des Berichts empört. “Die heute aufgedeckten skandalösen Zustände in der Klinik Favoriten zeigen einmal mehr, dass die Gesundheitspolitik der Wiener SPÖ lebensgefährdend ist”, befand der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp in einer Aussendung. “Wenn zu wenig Infrastruktur vorhanden ist und die Mitarbeiter sogar Gefährdungsanzeigen verfassen müssen, weil die Versorgung der Patienten nicht mehr gewährleistet werden kann, dann ist endgültig Feuer am Dach.” Stadtrat Hacker sei für die Personalsituation verantwortlich.

“Derartige Zustände sind untragbar”, meinte auch ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec in einer Aussendung. “Die aufgezeigten Missstände und Personalmängel in den Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes müssen so schnell wie möglich behoben werden.” Gesundheitsstadtrat Hacker müsse “schleunigst seiner Verantwortung nachkommen”, forderte sie.

ZackZack hat bereits im September 2021 mit einem Wiener Urologen über die Missstände in den Spitälern gesprochen. Die Geschichte können Sie hier nachlesen.

(apa/red)

Titelbild: GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Autor

  • Markus Steurer

    Hat eine Leidenschaft für Reportagen. Mit der Kamera ist er meistens dort, wo die spannendsten Geschichten geschrieben werden – draußen bei den Menschen.

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