Mittwoch, Juni 19, 2024

Sobotkas Gold-Klavier eine »Wahnsinnsidee«

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka durfte sich am Dienstag im Parlament etwas anhören. Die Abgeordneten scheuten nicht mit Kritik an seinem 3.000 Euro Klavier.

Wien, 15. November 2022 | Der erste Budgettag im Nationalrat wird traditionell mit dem Budget für die “Obersten Organe” eröffnet. Teil davon ist das Parlament und da sorgte in der Debatte ein wertvoller Flügel für Ärger. Denn das Klavier wird im renovierten Parlamentsgebäude am Ring im Empfangssalon aufgestellt und hat einen stolzen Preis – die Miete beträgt 3.000 Euro pro Monat.

“Wahnsinnsidee”

Die Anschaffung des Flügels soll auf Initiative von Parlamentschef Wolfgang Sobotka (ÖVP) zurückgehen. FPÖ-Klubchef Herbert Kickl sah dies als Anlass, einmal mehr Neuwahlen zu fordern, alleine, weil es danach einen neuen Nationalratspräsidenten geben würde. Wörtlich sprach er von einer “Wahnsinnsidee” und verhöhnte den gold-besetzten Flügel als Ausdruck der Bescheidenheit der Politik.

SPÖ-Mandatar Christian Drobits verglich die Mietkosten für den Bösendorfer-Flügel mit armutsgefährdeten Personen. Die Existenzen von drei Menschen mit Mindestsicherung seien gleich viel wert wie die Ausgaben für das Klavier.

Seitens der NEOS zählte Mandatar Nikolaus Scherak auf, wofür man das Geld im Sinne des Parlaments auch verwenden könne – etwa für einen Ausbau des Rechts- und Legistlativdienstes oder mehr Ressourcen für Mitarbeiter.

(bf/apa)

Titelbild: ROBERT JAEGER / APA / picturedesk.com

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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