Dienstag, Juni 18, 2024

»Fühle mich benutzt von der WKO« – Klima-Aktivist sprengt Leitl-Rede

Das ist eine Unterüberschrift

Bei der Verleihung des Energy Globe Wien Awards betrat der Gewinner des Vorjahres plötzlich die Bühne, um der Wirtschaftskammer ihren Preis zurückzugeben.

Wien, 1. Dezember 2022 | Die Wirtschaftskammer (WKO) sieht sich erneut mit Greenwashing-Vorwürfen seitens Klimaaktivisten konfrontiert. Nachdem letzte Woche das Mahrer-Event “Wärmewende made in Austria” gestört wurde, war es am Mittwoch die Verleihung des Energy Globe Wien Awards, für den die Wirtschaftskammer Wien als Partner und lokale Ansprechstelle fungiert.

2021-Gewinner gibt Preis zurück

Beim Eröffnungsinterview von Ex-Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl stürmten plötzlich zwei Frauen mit einem “WKO=Greenwashing”-Transparent auf die Bühne. Es folgte ein Mann, der begann, das Gespräch zwischen Leitl und Arabella Kiesbauer, die durch den Abend führte, zu unterbrechen.

Und der war nicht irgendjemand. Es war Norbert Mayr, einer der Preisträger vom letzten Jahr. Er bekam ihn für ein nachhaltiges Wohnprojekt und wollte die Urkunde nun wieder zurückgeben. “Ich gebe es ihnen zurück, weil ich sehr unzufrieden bin mit der Wirtschaftskammer”, sagte der Architekt in Richtung Leitl. Er fühle sich von der WKO benutzt, diese würde Greenwashing betreiben, weil es seit Jahren trotz Klimakrise zu keinen nachhaltigen radikalen Maßnahmen komme.

Leitl nahm die Urkunde entgegen und antwortete auf Englisch, dass er Mayrs Meinung respektiere, diese aber nicht teile. Kiesbauer beendete daraufhin die Aktion und ließ Mayr nicht weiter zu Wort kommen. Dies sei kein angemessener Ort dafür, die Aktivisten würden die Veranstaltung stören.

“WKO gibt sich grünen Anstrich”

In einer Aussendung der Bewegung Extinction Rebellion, die sich für den Protest verantwortlich zeichnen, krititsierte Mayr weiter: “Die WKO ist wesentlich mitverantwortlich für Österreichs Abhängkeit von Putins Gas und bremst eine konsequente Energie- und Mobiltätswende, während sie sich einen grünen Anstrich zu geben versucht.“ Die WKO würde zudem aggressiv gegen die Absage des Lobautunnels lobbyieren. Einen Preis einer Organisation, die nach wie vor effektive Klimaschutzmaßnahmen blockiere und für Öl und Gas aus Russland lobbyiere, könne er nicht akzeptieren.

(mst)

Titelbild: Extinction Rebellion

Autor

  • Markus Steurer

    Hat eine Leidenschaft für Reportagen. Mit der Kamera ist er meistens dort, wo die spannendsten Geschichten geschrieben werden – draußen bei den Menschen.

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