Sonntag, Mai 19, 2024

Deshalb kam ÖVP nicht zur Waldhäusl-Demo

Wegen “diametral anderen Ansichten” zeigte sich ÖVP als einzige Partei neben der FPÖ doch nicht solidarisch mit Menschen mit Migrationshintergrund.

Wien | Die parteiübergreifende Solidaritäts-Kundgebund Montagabend anlässlich Waldhäusls Beleidigung gegenüber einer Schulklasse mit Migrationshintergrund fand letztlich ohne die ÖVP statt. Diese hatte zuerst zu, dann wieder formlos abgesagt, wie Viktor Schwabl von den Grünen Favoriten gegenüber ZackZack sagte. Auf Bitten um ein Statement kam von der ÖVP keine Antwort. Immerhin der ORF erhielt eines. Demnach wollte die ÖVP keine Veranstaltung zusammen mit Organisationen veranstalten, die „diametral andere Weltanschauungen haben“.

Andere Ansichten

Gegenüber ZackZack hatte sich Schwabl am Montag darüber gefreut, dass Parteien bei bestimmten Themen zusammenarbeiten würden, statt gegeneinander. Dieses Memo dürfte bei der ÖVP nicht angekommen sein. Anstatt bei der Veranstaltung unter dem Motto „Wien sind wir alle“ ein Zeichen dafür zu setzen, dass auch Migranten und deren Nachkommen ein Teil von Wien und des Landes sind, blieben sie fern und still. Dienstagabend dann das Statement in „Wien Heute“: „Wir … sind im konkreten Fall natürlich mit der Schülerin bzw. der Schule solidarisch. Aber … wir wollen nicht Mitveranstalter einer Kundgebung mit uA der Linkspartei oder SOS Balkanroute sein, da wir beim Thema Asyl & Integration hier diametral andere Weltanschaungen haben…“

SOS Balkanroute: „erschütterndes Weltbild“

Die humanitäre Initiative SOS Balkanroute, gegründet von Petar Rosandić, besser bekannt als Rapper Kid Pex, teilte das Statement mit einer Stellungnahme auf ihrem Instagram-Kanal. Rosandić war einer der Mitdiskutanten in der „Pro und Contra“-Sendung, in der Waldhäusl seine migrantenfeindliche Aussage getätigt hatte. Unter anderem deshalb sei man wohl geladen gewesen, einen Redebeitrag zu leisten, schrieb die Organisation.

Die ÖVP zeige einmal wieder, was für ein „erschütterndes Weltbild“ bei der ehemaligen christlich-sozialen Partei mittlerweile Einzug gefunden habe. „Die Wahrheit über die Menschenrechtsverbrechen, die an den EU-Außengrenzen passieren und von der ÖVP auf EU-Ebene mitgetragen werden, tut eben weh!“

Titelbild: TOBIAS STEINMAURER / APA / picturedesk.com

Pia Miller-Aichholz
Pia Miller-Aichholz
Hat sich daran gewöhnt, unangenehme Fragen zu stellen, und bemüht sich, es zumindest höflich zu tun. Diskutiert gerne – off- und online. Optimistische Realistin, Feministin und Fan der Redaktions-Naschlade. @PiaMillerAich
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3 Kommentare

  1. Ja eh, schließlich will man es sich mit den Rassisten keinesfalls verderben weil die sollen ja das Kreuzerl bei der ÖVP machen und nicht bei der FPÖ.

  2. ah FPÖ Propaganda wirkt wie man sieht……….. braunes gesocks
    ein bissl differenzieren zwischen kriegsflüchtling und wirtschaftsflüchtling und kriminellem sollte man schon soferne der lift bis ganz oben fährt

  3. Bei den schwürkisen gibts schon lange nichts christlich-soziales mehr. die sind nur mehr am rechten rand neben der F zu finden und matchen sich dort wer es schafft noch radikaler zu sein. aber in wien haben die ohnehin genau nichts zu sagen und auch bald im bund. am besten wäre es zerfetzt das gsindl wie die DC in Italien

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