Das Strache-Dokument

ZackZack und Süddeutsche legen es vor

Heinz-Christian Strache und das Taschengeld. Wer wissen will, wie die FPÖ tickt, muss der Spur des Geldes folgen. Die Süddeutsche Zeitung und ZackZack.at haben das getan.

Wien, 13. Dezember 2019 / Besteht ein Zusammenhang zwischen der Millionenzahlung ukrainischer Oligarchen für ein FPÖ-Mandat und dem Bargeld, das HC Strache laut Zeugen aus der Kanzlei des FPÖ-Anwalts Peter Fichtenbauer holte, um es zum Parteitag nach Kärnten zu bringen? Vieles spricht dafür. Die Investigativjournalisten der Süddeutschen Zeitung (SZ), die das Ibiza-Video veröffentlicht hatten sind gemeinsam mit ZackZack.at der Spur des Geldes gefolgt.

Geldtransport Strache

In ihrer morgigen Ausgabe berichtet die SZ von dem Weg des Bargeldes: Am 28. Juni 2013 holte Strache bündelweise Geld aus der Rechtsanwaltskanzlei des FPÖ-Politikers und ehemaligen Volksanwalts Peter Fichtenbauer. Einen Teil brachte Strache wohl in sein Büro im Parlament, den Löwenanteil nahm er mit nach Kärnten, zum großen Wiedervereinigungsparteitag von FPÖ und den Kärntner Freiheitlichen, der FPK. Nur Wochen zuvor hatten ukrainische Oligarchen der FPÖ zehn Millionen Euro bezahlt, um ihren Vertrauensmann ins Parlament zu bringen – darauf verweisen die Aussagen gut informierter Zeugen und diverse Zahlungsflüsse. Für ZackZack.at ist der Hauptbelastungszeuge zum Notar gegangen und hat eine eidesstattliche Erklärung abgegeben. ZackZack.at legt sie jetzt vor.

Brisante Quellen

Was wir über den Geldtransport wissen, das wissen wir unter anderem aus folgenden Quellen:

1. Die eidesstattliche Erklärung eines Zeugen. Sie ist Teil eines Konvoluts an Akten, das wir in den letzten Monaten den SZ-Investigativjournalisten Frederik Obermaier und Bastian Obermayer übergeben haben. Seit 21. September arbeiten wir nun mit ihnen an der Geschichte.

2. Fotos vom Bargeld, die unseren Kollegen von der Süddeutschen vorliegen.

3. Tonbandaufzeichnungen von einem Gespräch mit Straches Fahrer, die ZackZack.at vorliegen.

Die eidesstattliche Erklärung des Zeugen, die wir heute der SZ übergeben haben.

Die Fotos vom Bargeld im Kofferraum von Straches Dienstwagen. Screenshot SZ.

Stück für Stück wird ein Netzwerk sichtbar: Die FPÖ und ihr Geld, ihre Verbindungen ins Rotlichtmilieu und zu osteuropäischen Oligarchen und die Drehscheibe dieser Geschäfte, die Kanzlei Fichtenbauer…

Die nächsten Kapitel demnächst auf ZackZack.at.

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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