Neue Beweise:

FPÖ-Millionen gefunden

Der Name Schellenbacher gilt schon fast als geflügeltes Wort für FPÖ-Korruption. Zackzack.at berichtete ausführlich über den mutmaßlichen 10 Millionen-Mandatskauf. Ukrainische Oligarchen sollen 10 Millionen Euro bezahlt haben, damit Thomas Schellenbacher ein Nationalratsabgeordneter wird. Was mit dem Geld passiert ist, lag bist jetzt noch im Dunkeln. Das Strache-Bargeld dürfte damit im Zusammenhang stehen (zackzack.at berichtete.) Nun liegen Zackzack.at exklusiv Dokumente vor, die zeigen, was mit einem Teil der 10 Millionen passiert sein könnte.

Wien, 17. Dezember 2019 / Der niederösterreichische Unternehmer Thomas Schellenbacher stand im Jahr 2013 vor dem finanziellen Ruin. Seine Unternehmen IBS, UVT und UWET hatten einen Schuldenstand von 3,775 Millionen Euro. Die Bank (Volksbank Ötscherland) wollte ihr Geld zurück. Man einigte sich auf einen Vergleich. Schellenbacher zahlt zwei Millionen Euro und der Rest der Schuld wird ihm erlassen. Aber wie gelang es Thomas Schellenbacher, das Geld aufzutreiben?

Plötzlich Millionär

Im März 2013 fixieren laut Zeugen drei ukrainische Oligarchen ihren Deal mit der FPÖ: Für zehn Millionen Euro an die Partei wird Schellenbacher, der Vertraute der Oligarchen, FPÖ-Abgeordneter. Im Oktober 2013 löst die FPÖ ihren Teil des Versprechens ein. Nach einigen Verschiebungen auf der Nationalratswahlliste erhält Schellenbacher tatsächlich ein Mandat. Und auf einmal hat der hochverschuldete Unternehmer Millionen, um seine Schulden zu begleichen.

Schellenbacher wickelt den Vergleich mit seiner Bank über die Firma Draconis Project Consulting GmbH ab. Am 13. November 2013 – kurz nach seiner Angelobung als Abgeordneter – überweist Schellenbacher 398.525 Euro an ein Treuhandkonto des Wirtschaftstreuhänders Dominik B. Dieser ist auch Geschäftsführer der Draconis. Das Geld stammt von einem IBS-Konto Schellenbachers. Es war am am 9. September 2013 eröffnet worden. Ab diesem Zeitpunk gab es auffällige Kontobewegungen. Zwischen dem 9. September und dem 13. November, also 65 Tagen, werden knapp 1.35 Millionen Euro gestückelt in runden Zahlen auf das Konto überwiesen und wieder abgebucht.

Die Meinl-Bank hilft gerne

Die zweite Teilzahlung für den Vergleich von 500.000 Euro erfolgt am 29.11.2013. Dadurch war das Konto der Draconis mit einer halben Million Euro im Minus. Der Großteil der Zahlung wird allerdings über einen Kredit bei der Meinl-Bank finanziert. Und der hat es in sich: Am 30. September 2013 beantragt die Draconis einen Kredit in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Noch am selben Tag werden 1,5 Millionen des Geldes überwiesen. Welche Sicherheiten muss der bankrotte Geschäftsmann Schellenbacher für diesen Millionenkredit geben? Keine. Es wird eine Laufzeit von nur einem Monat vereinbart. Unterschrieben wird das Protokoll vom Schellenbacher-Freund und Meinl-Vorstand Peter Weinzierl. Zurückgezahlt hat den größten Teil des Kredits die Bold Finance AG, eine mutmaßliche Briefkastenfirma aus Panama.

Zwischen 24. Juli 2013 und dem 6. Dezember 2016 werden in Summe 173.815 Euro in runden Beträgen auf Schellenbachers Privatkonto bar eingezahlt. Doch Geldflüsse gibt es nicht nur auf das Konto Schellenbachers. Auch andere FPÖ-Politiker werden bedacht. Anders als Strache bevorzugen nicht alle von ihnen Bargeld. So hinterlassen sie Spuren. Morgen auf ZackZack.at: Ein einflussreicher FPÖ-Politiker, der nach dem Ukraine-Deal ein kleines Vermögen auf sein Konto überwiesen bekam.

(fr)

Kontoauszug zur Überweisung auf das Treuhandkonto von Dominik B.

Kreditprotokoll, das zeigt, zu welchen Konditionen Peter Weinzierl den Kredit vergeben hat.

Überweisungsbelege, die zeigen, wie der Kredit auszgezahlt und wieder zurückbezahlt wurde.

Auflistung von Schellenbachers Bareinzahlungen.

Titelbild: APA Picturedesk

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