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SPÖ will Köstinger-Millionen Kulturbranche geben – Nach Test-Flop

Nach Test-Flop

SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda fordert, nicht verbrauchte Mittel aus dem 150 Mio-Köstinger-Topf der Kulturbranche zur Verfügung zu stellen. Während die Teststrategie im Tourismus große Pannen davongetragen hat, herrscht in der Kultur massiver Investitionsbedarf.

Wien, 11. August 2020 | Thomas Drozda (SPÖ) fordert, dass der Bund die Kulturinstitutionen bei den Investitionen unterstützt, die notwendig sind, um unter Einhaltung der Corona-Regeln wieder zu starten. Das Geld dafür könnte aus nicht abgeholten Mitteln des wohl gescheiterten Corona-Testprogramms für den Tourismus kommen, schlägt Drozda vor.

Hohe Kosten für Kultur

Zackzack hatte umfassend über Verschleierungsvorgänge, Beratertätigkeiten und Unklarheiten bei der Beauftragung von Laboren und Unternehmen im Zuge des Hoteltest-Projekts „Safe A“ berichtet. Tourismusministerin Köstinger (ÖVP) und die Wirtschaftskammer sind die Schirmherren des Projekts. Aus der Hotelbranche und selbst der WKO gab es Kritik an der Abwicklung. Jetzt will Drozda die veranschlagten Millionen woanders investiert sehen. Die Kosten vieler Kultureinrichtungen seien nicht bewältigbar:

“Die Salzburger Festspiele haben Hunderttausende Euro ausgeben müssen, damit sie die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten können. Für weniger finanzkräftige Institutionen sind das oft kaum zu bewältigende Kosten – vor allem, nachdem sie in den letzten Monaten ohnehin oft 100 Prozent Totalausfall beim Ticketverkauf hatten”,

so Drozda gegenüber der APA.

“Geld ist da”

Um die erforderlichen Covid-19-Präventionsmaßnahmen sicherzustellen, seien oft Investitionen in Höhe von fünf- bis sechsstelligen Beträgen notwendig. Dafür sowie für Tests von Mitarbeitern im Kulturbereich, die Kontakt zum Publikum haben, könnten Teile der für Tests im Tourismusbereich vorgesehenen Gelder verwendet werden. Das schlägt der SPÖ-Kultursprecher vor.

Damit sich Tourismusmitarbeiter freiwillig auf Covid-19 testen lassen können, wurden von Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) 150 Mio. Euro angekündigt. Herausgekommen ist der Test-Flop rund um „Safe A“.

“Das Geld ist ja da. Es ist vollmundig angekündigt worden, nun stellt es sich als Rohrkrepierer heraus”,

meinte Drozda. Das Budget sollte daher nicht nur der Tourismus-, sondern auch der Kulturbranche zur Verfügung gestellt werden.

Zudem bekräftigte Drozda die Forderung nach einer Kompensation für den Einnahmenentgang der vergangenen Monate:

Kulturmilliarde gefordert

“Wir haben einen Fleckerlteppich an Fonds, aber den großen Rettungsschirm für die Kultur, die Kulturmilliarde, die gibt es immer noch nicht.” Nun stehe “eine neue Unsicherheit” durch die Corona-Ampel bevor, deren Folgen in Hinblick auf Kulturinstitutionen “noch völlig unklar” seien. Für Bereiche wie die Clubkultur, für die es auch im Herbst Corona-bedingt düster ausschauen dürfte, müsse dringend “ein finanzielles Auffangnetz” geschaffen werde, “sonst stirbt eine ganze Branche”, warnte Drozda.

Die SPÖ fordert seit Monaten eine „Kulturmilliarde“. Schon zu Beginn der Krise fühlte sich die Kulturszene von der Regierung im Stich gelassen.

(wb)

 

Titelbild: APA Picturedesk

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