EU gegen FFP2

Nur in Deutschland und Österreich Pflicht

Nur in Deutschland und Österreich gibt es eine FFP2-Maskenpflicht. Jetzt spricht sich aber die europäische Seuchenbehörde gegen die FFP2-Masken aus. Währenddessen stockt die türkis-grüne Regierung die Bußgelder bei Missachtung auf und Rewe erhöht den Maskenpreis. 

 

Wien, 03. Februar 2021 | Seit wenigen Wochen gilt sie als neues Wundermittel der Politik gegen Corona: die FFP2-Maske (zuvor waren auch andere Masken erlaubt). Doch nur Deutschland und Österreich haben diese Masken zum Standard und zur Pflicht gemacht. Jetzt rät die europäische Seuchenbehörde (ECDC) aber davon ab.

Zweifelhafter Nutzen

Die ECDC sieht wenig Sinn in der FFP2-Pflicht. Kosten und Nachteile seien erheblich, berichtete gestern „die Presse“:

„Der erwartete Mehrwert des allgemeinen Einsatzes von FFP2-Atemschutzmasken in der Gesellschaft ist sehr gering. Zusätzlich rechtfertigen die potenziellen Kosten und Nachteile eine Empfehlung für ihre Verwendung in der Öffentlichkeit anstelle von anderen Arten von Masken nicht“,

sagte ein Sprecher der ECDC.

Europaweit nur in Deutschland und Österreich

Eine FFP2-Pflicht gibt es in Europa nur in Deutschland und Österreich. Tschechien hat sich zumindest zu einer Empfehlung für die Schutzmasken durchgerungen, eine gesetzliche Vorgabe fehlt jedoch. In Frankreich waren die verschärften Schutzmasken nur für ganz kurze Zeit ein Thema; ernsthafte Überlegungen, sie zur Pflicht zu machen, gab es aber nie. Auch in Belgien, Dänemark, den Niederlanden, Spanien, Portugal und allen anderen EU-Ländern blieb bisher die einfache Maskenpficht bestehen.

Die türkis-grüne Regierung pocht dagegen auf die FFP2-Pflicht. In der letzten Pressekonferenz kündigten Kanzler Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Anschober (Grüne) an, die Strafen bei Missachtung der FFP2-Pflicht zu erhöhen. Betrug das Bußgeld bisher 25 Euro, kostet ein Verstoß nun 90 Euro.

“Maske Türkis” wird teurer

Einen Mann in Graz brachten die FFP2-Masken am Dienstag sogar ins Gefängnis. Am Hauptbahnhof trug er nur einen einfachen Mund-Nasen-Schutz. Die Aufforderung der ÖBB-Security FFP2 zu tragen, ließ die Situation eskalieren. Der Mann landete im Polizeianhaltezentrum.

Einer der größten heimischen Hersteller pflegt beste Verbindungen ins Kanzleramt, das berichtete ZackZack bereits vor Monaten. Die Preise für eine FFP2-Maske der Hygiene Austria LP („Maske Türkis“) steigen jedenfalls rasant: Bereits eine Woche nach Einführung der FFP2-Pflicht erhöhte Rewe (Billa, Penny, Bipa) den Preis um 20 Cent bzw. 30 Prozent. Die chinesischen Masken gibt es weiterhin um 59 Cent pro Stück.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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