Dienstag, Juni 25, 2024

Brief an Superreiche: Sie antworteten der AK-Präsidentin

Das ist eine Unterüberschrift

Anfang November bat AK-Präsidentin Renate Anderl die 100 reichsten Österreicher per Brief, sich für Vermögenssteuern einzusetzen. Drei haben geantwortet.

Wien, 30. November 2022 | Sie alle haben ein Vermögen, von dem die meisten nur träumen können: Die 100 reichsten Österreicher. Sie haben so viel Reichtum wie 5,5 Millionen Menschen in Österreich, unter ihnen auch 1,5 Millionen arme oder armutsgefährdete Personen. Anfang November erhielten die Superreichen einen Brief von Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl. Das Anliegen: Die Wenigen mit sehr viel Vermögen müssten zum Wohle aller mehr beitragen. Sie sollen sich selbst für Vermögenssteuern „auf Basis international anerkannter Vermögenskonzepte und Bewertungsregeln“ einsetzen.

Anderl will einen starken Sozialstaat und in keinem “Charity-Staat” wie den USA oder Großbritannien leben, in dem „soziale Sicherheit von privatem Wohlwollen abhängt und nicht für alle als Menschenrecht gewährleistet ist.“ Derzeit würden nur 1,4 Prozent aus vermögensbezogenen Steuern in das Steueraufkommen fließen.

Drei von 100 anworteten

Aber wie fielen die Antworten aus? Gegenüber ZackZack gab die Arbeiterkammer bekannt, dass die Präsidentin von lediglich drei der 100 Empfängern eine Antwort erhielt: Vom Unternehmer und Ex-Präsidenten der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, vom Papierindustriellen Alfred Heinzel und dem Baumaschinen-Unternehmer Günter Kuhn. Da die Antworten an die Präsidentin persönlich gingen, könne man seitens der AK die genauen Antworten im Wortlaut nicht zur Verfügung stellen.

Der Tenor sei aber ähnlich: Eine Vermögenssteuer wird kritisch gesehen, man hätte in Österreich ohnehin schon genug Steuern. Anderl betonte in ihrem Brief (hier im Wortlaut) auch, dass es eine “bessere Absicherung im Fall von Arbeitslosigkeit” brauche. Eine der drei Personen schrieb daraufhin, dass es nicht sein könne, dass Menschen in Österreich nicht mehr bereit seien zu arbeiten, wenn das Arbeitslosengeld so hoch ist. Allen drei Personen sei ein starker Sozialstaat jedoch ein großes Anliegen, so die Arbeiterkammer.

Liste der Reichsten wird angezweifelt

Die Liste der 100 reichsten Österreicher, die vom Wirtschaftsmagazin “trend” berechnet wird, werde unter den darin Vorkommenden zudem angezweifelt. Das exakte Vermögen einzelner Personen ist nur schwer zu erfassen. Denn für eine präzisiere Berechnung der Vermögensverteilung bräuchte es bessere Daten bezüglich der Superreichen, argumentieren auch Forscher der Österreichischen Nationalbank, die im vergangenen Jänner eine Studie veröffentlichten, wonach der Anteil der Superreichen am Gesamtvermögen viel höher sei, als bisher angenommen. Ein Problem, das auch die Arbeiterkammer stets kritisiert.

Wie viel eine Vermögenssteuer tatsächlich bringen könnte, hat sich ZackZack im Juni genauer angesehen.

(mst)

Titelbild: PHOTONEWS.AT / APA / picturedesk.com

Autor

  • Markus Steurer

    Hat eine Leidenschaft für Reportagen. Mit der Kamera ist er meistens dort, wo die spannendsten Geschichten geschrieben werden – draußen bei den Menschen.

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