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Social Media-Wahlkampf: Diese Partei hängt alle ab

Das ist eine Unterüberschrift

Der Wahlkampf in NÖ wird auch über die sozialen Netzwerke ausgefochten. Eine Partei lässt dabei alle anderen weit hinter sich, sowohl was die Performance als auch die Werbeausgaben betrifft.

St. Pölten, 23. Jänner 2023 | Der Wahlkampf in Niederösterreich hat bereits so manche Abstrusität im Internet hervorgebracht. Seien es die personalisierten “Hanni”-Botschaften, die man via WhatsApp an Freunde namens “Adolf” und Verwandte schicken kann oder SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl, der auf einem seiner Online-Sujets mit dem Slogan “der rote hanni” für sich wirbt, um Aufmerksamkeit zu generieren – die Internet-Community zu erheitern, schafften vor allem ÖVP und SPÖ.

Doch sieht man sich die nackten Zahlen genauer an, hat eine andere Partei in Sachen Online-Performance die Nase weit vorn. Die Marktforschungsagentur “Buzz Value” veröffentlichte Ergebnisse aus ihrer Analyse zum Social Media-Wahlkampf in Niederösterreich. Sie hat die Zahl der Interaktionen (Likes, Shares und Kommentare) auf den Accounts der Parteien und der jeweiligen Spitzenkandidaten auf den Plattformen Facebook, Instagram, Twitter, Youtube und TikTok erhoben. Zeitraum: 1. Dezember 2022  bis 18. Jänner 2023.

FPÖ und Landbauer mobilisieren am besten

Klarer Spitzenreiter ist demnach die FPÖ mit ihrem Spitzenkandidaten Udo Landbauer. Mit fast 228.000 Interaktionen seit Anfang Dezember konnten die Freiheitlichen ihre Anhängerschaft am besten mobilisieren. Bereits weit abgeschlagen belegen die SPÖ NÖ und Franz Schnabl mit rund 48.600 Interaktionen den zweiten Platz, erst auf dem dritten Platz landet dann ÖVP-Spitzenkandidatin und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit nur 43.190 Interaktionen.

Der niedrige Wert an Interaktionen bei der ÖVP-NÖ zeugt auch dahingehend von einer schlechten Performance, als dass man mit insgesamt 112.420 Fans auf allen fünf Plattformen eigentlich eine größere Fan-Gemeinschaft als die FPÖ (102.390) vorweisen kann. Die SPÖ und Schnabl hinken mit nur 33.140 Fans hinterher. Nochmal eine Liga darunter fügen sich die Grünen (17.260 Interaktionen, 10.800 Fans), die NEOS (8.800 Interaktionen, 7.970 Fans) und die MFG (1.210 Interaktionen, 2.700 Fans) in die Rangliste ein.

Facebook bei Politikern am beliebtesten

Laut Markus Zimmer, Geschäftsführer von Buzz Value, agierten die meisten Parteien und Spitzenkandidaten bis jetzt eher zurückhaltend in den sozialen Netzwerken. Auffallend sei hingegen die Dominanz der FPÖ. Das müsse jedoch nichts heißen, so Zimmer: “Unsere Analysen aus der Vergangenheit zeigen jedoch, dass nicht jedes Like auch gleich eine Wählerstimme bedeutet.”

Daumen hoch gegen Ausländer

Wie schon der Ex-Parteichef HC Strache oder aktuell Bundesobmann Herbet Kickl findet auch Landbauer seine Zustimmung vor allem auf Facebook. Zwar verzichtete Landbauer auf das Posten größerer Geschmacklosigkeiten – wie etwa das vom Wiener Parteikollegen Dominik Nepp und anderen FPÖ-Politikern geteilte Klima-Pinkel-Bild -, weiß aber mit dem großen FPÖ-Thema Ausländer und Asyl, wie er auf der größten Social Media-Plattform Aufmerksamkeit generiert.

Auch für die anderen Parteien in Niederösterreich ist Facebook nach wie vor die wichtigste Plattform (286.000 Interaktionen insgesamt). Plattformen wie Twitter und Instagram werden weniger genutzt, auch TikTok wird im NÖ-Wahlkampf kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Mit knapp 60.000 Views erzielen die NEOS NÖ auf der Kurzvideoplattform noch die beste Reichweite von allen.

FPÖ gibt am meisten für Werbung auf Social Media aus

Die FPÖ ist es aber auch, die von allen Parteien am meisten in die Werbung auf sozialen Netzwerken investiert. Laut Buzz Value steckten Udo Landbauer und die FPÖ NÖ seit Anfang Dezember rund 46.500 € in die Wahlwerbung auf Facebook und Instagram. Die Grünen NÖ gaben mit Spitzenkandidatin Helga Krismer 12.500 € aus. Franz Schnabl (8.900 €), Johanna Mikl-Leitner (3.920 €) und Indra Collini (NEOS) (3.450 €) waren deutlich sparsamer.

Insgesamt dürfen die einzelnen Parteien nicht mehr als sechs Millionen Euro für den Wahlkampf ausgeben. Die Volkspartei NÖ betonte zuletzt, diese Obergrenze diesmal wirklich einhalten zu wollen, nachdem man im Jahr 2018 die Grenze um mehr als zehn Prozent überschritten hatte. An den Ausgaben für Social Media wird es wohl nicht gelegen sein.

(mst)

Titelbild: FLORIAN WIESER / APA / picturedesk.com, Screenshot ZackZack, Pixabay, Montage: ZackZack

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Markus Steurer
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Hat eine Leidenschaft für Reportagen. Mit der Kamera ist er meistens dort, wo die spannendsten Geschichten geschrieben werden – draußen bei den Menschen.
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5 Kommentare

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Der_grosse_Wolf
24. 01. 2023 13:41

leider haben die Sozen noch immer nicht verstanden, dass sie mit einem Unsympath wie Schnabl es ist, keinerlei Chance auf rein gar nichts haben

Sig
23. 01. 2023 18:19

Schon wieder macht zackzack. Werbung für die FPÖ.

Lassts das, ihr Säcke! Bei einer Koalition vonn ÖVP und FPÖ sehen wir unserem Gesundheitssystem jetzt zu, wie es davon schwimmt, ins Meer der Privatwirtschaft! Österreichweit!

Zuletzt bearbeitet 13 Tage zuvor von Sig
plot_in
23. 01. 2023 23:31
Antworte auf  Sig

Nein, das is keine Werbung. Ich will schon informiert sein, wie man die Leute ködert. Und wie man sieht, ist das online dingens vergleichsweise billig. Und das bringt de Wähler am Ende. Man darf da nicht überrascht sein beim Wahlergebnis dann.

Republikaner
24. 01. 2023 8:20
Antworte auf  plot_in

Die Sorge ist unberechtigt die Freiheitlichen haben und hatten nie vor das Gesundheitssystem zu ändern. Sie wollten nur die Posten haben, daraus wurde die äußerst effiziente ÖGK die wie wir wissen Mrd eingespart hat.Und dieses Geld kommt uns zugute. Also echter Glücksfall 😉

Sig
24. 01. 2023 7:09
Antworte auf  plot_in

Doch es ist Werbung. Ihre Sache, wenn sie die Augen davor verschließen wollen.

Ich hab das auch gemacht die letzten Jahre und bin in einem politischen Alptraum munter geworden.

Wir alle wissen, dass es Medienkorruption gibt, aber interessieren uns nicht dafür wie man uns ködert…. Ich will eine Zukunft haben, drum ändere ich das und versuch dem Problem ins Aufe zu sehen. Die Zeiten der Gutgläubigkeit und des blinden Vertrauens sind bei mir vorbei.

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